Das Wichtigste in Kürze
- Bei einer Einäscherung wird ein Verstorbener in einem Krematorium kremiert.
- Die Begriffe Einäscherung, Kremation und Kremierung werden weitgehend synonym verwendet.
- Vor der Kremation müssen die erforderlichen rechtlichen und medizinischen Voraussetzungen erfüllt sein.
- Die Einäscherung selbst erfolgt kontrolliert in einer dafür vorgesehenen Einäscherungsanlage.
- Nach der Kremation wird die verbliebene Asche aufbereitet und in eine Aschekapsel gefüllt.
- Die Kosten für die Einäscherung in einem Krematorium sind nur ein Teil der Gesamtkosten für eine Feuerbestattung.
Was ist eine Einäscherung bzw. Kremierung?
Unter einer Einäscherung beziehungsweise Kremierung versteht man den Vorgang, bei dem der Leichnam eines verstorbenen Menschen in einem Krematorium eingeäschert wird. Die Kremation erfolgt in einem dafür vorgesehenen Sarg.
Die Einäscherung bildet die Voraussetzung für verschiedene Formen der Feuerbestattung. Dazu gehören beispielsweise die klassische Urnenbeisetzung auf einem Friedhof sowie eine Baum- oder Seebestattung.
Die Begriffe Einäscherung, Kremation und Kremierung bezeichnen dabei grundsätzlich denselben Vorgang. Davon zu unterscheiden ist die Feuerbestattung: Sie bezeichnet die Bestattungsart insgesamt und umfasst neben der Einäscherung auch die anschließende Beisetzung der Asche und zeremonielle Teile wie etwa die Trauerfeier.
Wie läuft eine Einäscherung ab?
Eine Einäscherung besteht aus mehreren Schritten. Bevor der eigentliche Kremationsprozess beginnen kann, müssen zunächst die erforderlichen Voraussetzungen und Freigaben vorliegen. Anschließend wird der Leichnam eingeäschert und die verbliebene Asche wird für die Befüllung der Aschekapsel aufbereitet.
Voraussetzungen vor der Einäscherung
Vor der Einäscherung müssen die erforderlichen Unterlagen und medizinisch-rechtlichen Voraussetzungen geprüft sein. Dazu gehört eine zusätzliche ärztliche Leichenschau. Sie dient insbesondere dazu, vor der unwiderruflichen Kremation noch einmal zu prüfen, ob Hinweise auf einen nicht natürlichen Tod bestehen. Die konkreten Vorgaben und Zuständigkeiten richten sich nach dem Bestattungsrecht des jeweiligen Bundeslandes.
Ausführliche Informationen zu den organisatorischen Abläufen, Kontrollen und Aufgaben vor der Kremation finden Sie auf unserer Seite zum Krematorium.
Vorbereitung und eindeutige Identifikation
Vor Beginn der Kremation muss sichergestellt sein, dass der Verstorbene während des gesamten Prozesses eindeutig identifiziert werden kann. Krematorien verwenden dafür dokumentierte Kennzeichnungs- und Kontrollverfahren.
Häufig kommt zusätzlich ein feuerfester Identifikationsträger zum Einsatz. Dieser trägt eine eindeutige Kennzeichnung und begleitet den Kremationsprozess, sodass die spätere Asche weiterhin zweifelsfrei der verstorbenen Person zugeordnet werden kann.
Was passiert während der Kremation?
Der Verstorbene wird gemeinsam mit dem Sarg der Einäscherungsanlage zugeführt. Dort findet die Kremation unter kontrollierten Bedingungen statt. Die genaue Temperatur hängt von der verwendeten Anlage und den einzelnen Prozessschritten ab. Während der eigentlichen Kremation herrschen in der Einäscherungsanlage hohe Temperaturen, die typischerweise im Bereich von mehreren hundert Grad Celsius liegen. Durch die Hitze werden die organischen Bestandteile des Körpers und des Sarges verbrannt. Zurück bleiben insbesondere mineralische Bestandteile des Skeletts sowie gegebenenfalls Materialien, die den Kremationsprozess überstehen.
Was passiert nach der Kremation?
Nach Abschluss des Einäscherungsprozesses muss die verbliebene Kremationsasche zunächst abkühlen. Anschließend wird diese aus der Anlage entnommen und für die spätere Befüllung der Aschekapsel aufbereitet.
Dabei können nicht verbrennbare Materialien von den mineralischen Überresten getrennt werden. Die genaue Behandlung beispielsweise von medizinischen Implantaten oder anderen Metallteilen kann sich je nach Krematorium und den dort geltenden Vorgaben unterscheiden.
Die aufbereitete Kremationsasche wird schließlich in eine gekennzeichnete Aschekapsel gefüllt und diese wird verschlossen.
Wie lange dauert eine Einäscherung?
Wie lange eine Einäscherung dauert, hängt unter anderem von der verwendeten Anlage und den individuellen körperlichen Voraussetzungen ab. Der eigentliche Kremationsvorgang kann etwa eine bis anderthalb Stunden in Anspruch nehmen. Je nach Anlage und Verfahren sind Abweichungen möglich. Hinzu kommen weitere Schritte wie das Abkühlen und die Aufbereitung der verbliebenen Kremationsasche, die ebenfalls Teit in Anspruch nehmen.
Bei welcher Temperatur findet eine Einäscherung statt?
Die Kremation erfolgt bei hohen Temperaturen in speziell dafür vorgesehenen Einäscherungsanlagen. Die genaue Temperatur hängt vom Anlagentyp und von der jeweiligen Phase des Kremationsprozesses ab. In der eigentlichen Einäscherungskammer liegen die Temperaturen typischerweise im Bereich von etwa 800 bis 1.000 Grad Celsius.
Für den Ablauf sind jedoch nicht nur die Temperaturen entscheidend. Auch Sauerstoffzufuhr, Verbrennungsdauer und die technische Steuerung der Anlage beeinflussen den Kremationsprozess.
Was passiert mit Knochen und Zähnen bei einer Einäscherung?
Bei einer Einäscherung verbrennen nicht sämtliche Bestandteile des Körpers vollständig. Insbesondere mineralische Bestandteile der Knochen bleiben nach dem Kremationsprozess zurück.
Nach dem Abkühlen werden diese mineralischen Bestandteile aufbereitet und zerkleinert, bevor sie in die Aschekapsel gefüllt werden. Was umgangssprachlich als „Asche eines Verstorbenen“ bezeichnet wird, besteht daher zu einem wesentlichen Teil aus aufbereiteten mineralischen Knochenbestandteilen.
Auch von Zähnen können mineralische Bestandteile zurückbleiben. Materialien aus Zahnersatz, beispielsweise bestimmte Metalle, können die hohen Temperaturen ebenfalls überstehen und anschließend von den mineralischen Überresten getrennt werden.
Was passiert mit Implantaten bei einer Einäscherung?
Medizinische Implantate und andere Metallteile können eine Einäscherung ganz oder teilweise überstehen. Dazu gehören beispielsweise künstliche Gelenke, Platten oder Schrauben.
Nach der Kremation können solche Materialien von den mineralischen Überresten getrennt werden. Wie anschließend mit ihnen verfahren wird, hängt unter anderem von den Abläufen und Vorgaben des jeweiligen Krematoriums ab.
Wie viel Asche bleibt nach einer Einäscherung übrig?
Wie viel Asche nach einer Kremation übrig bleibt, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Bei einer erwachsenen Person, die eingeäschert wurde, bewegt sich das Gewicht der Kremationsasche jedoch meist zwischen zwei und vier Kilogramm. Entscheidend sind dabei unter anderem die körperliche Konstitution und insbesondere die Menge der mineralischen Knochenbestandteile.
Können Angehörige bei einer Einäscherung dabei sein?
Einige Krematorien ermöglichen Angehörigen einen persönlichen Abschied von der verstorbenen Person, bevor diese eingeäschert wird. Ob und in welcher Form dies möglich ist, hängt vom jeweiligen Krematorium und dessen Angebot ab.
Wenn eine solche Begleitung gewünscht wird, sollte sie frühzeitig mit dem Bestattungsunternehmen beziehungsweise dem ausgewählten Krematorium abgestimmt werden.
Was kostet eine Einäscherung?
Für die eigentliche Kremation fallen Gebühren des Krematoriums an. Wie hoch diese sind, hängt unter anderem vom Anbieter, der Region und den enthaltenen Leistungen ab.
Die Kremationskosten bilden jedoch nur einen Teil der gesamten Kosten einer Feuerbestattung. Zusätzlich können beispielsweise Leistungen des Bestattungsunternehmens, amtliche Gebühren, Kosten für die Urne und die spätere Beisetzung anfallen.
Eine ausführliche Übersicht zu den einzelnen Kostenpositionen finden Sie auf unserer Seite zu den Kosten einer Feuerbestattung.
Kremationsverfügung: Einäscherung zu Lebzeiten festlegen
Wer bereits zu Lebzeiten festlegen möchte, dass nach dem eigenen Tod eine Einäscherung erfolgen soll, kann diesen Wunsch schriftlich dokumentieren. Hierfür kann eine Kremationsverfügung genutzt werden.
Kremationsverfügung
Häufig gestellte Fragen
Die Einäscherung bezeichnet die Kremation des verstorbenen Menschen im Krematorium. Die Feuerbestattung ist dagegen die gesamte Bestattungsart und umfasst neben der Einäscherung auch die spätere Beisetzung der Asche und zeremonielle Bestandteile wie die Trauerfeier.
Ja, die verstorbene Person wird gemeinsam mit einem für die Kremation geeigneten Sarg eingeäschert. Der Sarg ist Bestandteil des Kremationsprozesses und wird zusammen mit der verstorbenen Person der Einäscherungsanlage zugeführt.
Der eigentliche Kremationsvorgang dauert etwa eine bis anderthalb Stunden. Die genaue Dauer hängt von der Einäscherungsanlage und den jeweiligen Voraussetzungen ab. Anschließend folgen weitere Schritte wie die Abkühlung und Aufbereitung der mineralischen Bestandteile.
Nach der Einäscherung bleiben hauptsächlich mineralische Bestandteile der Knochen zurück. Diese werden anschließend aufbereitet und in eine Aschekapsel gefüllt. Zusätzlich können Materialien zurückbleiben, die den Kremationsprozess überstanden haben.
Metallische Implantate können den Kremationsprozess überstehen und anschließend von den mineralischen Bestandteilen getrennt werden. Wie mit diesen Materialien weiter verfahren wird, richtet sich nach den Abläufen und Vorgaben des jeweiligen Krematoriums.
Ja, einige Krematorien ermöglichen Angehörigen eine Abschiednahme oder Begleitung im Zusammenhang mit der Einäscherung. Ob und in welchem Umfang eine Anwesenheit möglich ist, sollte vorab mit dem jeweiligen Krematorium oder dem betreuenden Bestattungsunternehmen geklärt werden.
Elke Herrnberger ist als Pressesprecherin für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes Deutscher Bestatter und seiner angeschlossenen Gesellschaften zuständig.
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