Trauer bei Kindern

Manchmal betreffen Trauer und Tod auch die Lebenswelt von Kindern, z. B. wenn Kinder einen Elternteil, Angehörige oder Freunde verlieren. Daher ist die Trauerbegleitung und Trauerbewältigung von Kindern sehr wichtig. Oft müssen Bestatter, vor allem aber auch Eltern, den Kindern Trost spenden.


Trauer bei Kindern

Auch Kinder müssen bei einem Todesfall einbezogen werden. Wer als Kind erlebt hat, dass der Tod zum Leben gehört, kann als Erwachsener besser mit einem Todesfall umgehen. Daher ist Trauerbegleitung von Kindern ein wichtiger Teil der Trauerbewältigung.

Kinder trauern anders

Grundsätzlich trauern Kinder anders als Erwachsene. Die kindliche Trauer zeigt sich oft sprunghaft: Die Kinder weinen und im nächsten Moment sind sie wieder fröhlich. Sie agieren oftmals spontan, ziehen sich zurück oder sind aggressiv. Wenn Angehörige stark mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt sind, spüren Kinder das sehr genau. Oftmals leugnen sie deshalb ihre eigenen Trauergefühle, um die Angehörigen nicht noch mehr zu belasten.

Was Kinder brauchen

Kinder haben ein Gespür dafür, was sie sich selbst zumuten können. Deshalb sollten sie gefragt werden, ob sie beispielsweise bei einer Aufbahrung Abschied nehmen möchten oder bei der Beerdigung dabei sein wollen. Kinder sollten auf eine Beerdigung vorbereitet werden, indem man ihnen erklärt, wie die Beerdigung abläuft.

Bei der Trauerbegleitung von Kindern ist es wichtig, über den Verstorbenen zu sprechen. Dabei geht es nicht darum, ihn zu idealisieren, sondern sich an die schönen gemeinsamen Momente zu erinnern oder an das, was ihn ausgezeichnet hat. Die Reaktionen auf den Verlust sind altersabhängig. Es gibt sehr gute Kinderbücher, die dabei helfen mit Kindern über den Tod zu sprechen. Einige Beispiele finden Sie in unserem Online-Shop.

 

Trauer bei Kindern in unterschiedlichen Altersstufen

Säuglinge und Kleinkinder

Säuglinge und Kleinkinder haben kein reflektiertes Verhältnis zum Tod; sie empfinden eher Trennungsschmerz, wenn eine vertraute Person fehlt.

Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren

Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren entwickeln erst langsam ein Verständnis der zeitlichen Dimension „für immer“; oft wehren sie schmerzliche Gefühle mit übertriebener Albernheit ab.

Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren

Erst ab einem Alter von 10, 12 Jahren kann von kindlicher Trauer gesprochen werden. Nun können sie auch bewusst von einem Verstorbenen Abschied nehmen: Denn das Kind gehört zur Familie und teilt deren Schmerz. Es braucht keine Schonung, sondern authentische Wegbegleiter, die ehrliche Antworten geben. Vielleicht wollen Kinder ein gemaltes Bild mit in den Sarg legen? Nicht nur Eltern können ihre Kinder trösten, auch umgekehrt ist das möglich. Auch sollten Eltern ihre Kinder ruhig an der Trauerfeier teilnehmen lassen.

Informationen für Betroffene und Angehörige

Kindern den Tod begreiflich zu machen und ihnen bei der Trauerbewältigung zu helfen, ist eine schwierige Aufgabe. Stehen Eltern vor dieser Herausforderung, fühlen sie sich oft rat- und hilflos. In dieser Situation können Bücher Unterstützung leisten. Einige Tipps zu entsprechender Literatur finden Sie auf unserer Seite zum Thema Bücher zur Trauerbewältigung.

Außerdem gibt es Netzwerke, Vereine und Organisationen, an die sich Eltern trauernder Kinder wenden können. Dort erhalten nicht nur sie Unterstützung, sondern auch die betroffenen Kinder selbst. Ein paar Adressen finden Sie auf der Seite Trauerhilfe – Selbsthilfegruppen. Ihr Bestatter kann Ihnen ebenfalls Auskunft über entsprechende Anlaufstellen geben. Scheuen Sie sich nicht, nachzufragen. Er weiß, in welch schwieriger Lage sich Ihre Familie befindet und hilft Ihnen gerne.