Altenpflege: Wohnen im Alter & Formen der Altenpflege

Wenn es um das Thema Altenpflege geht, stellt sich nicht nur die Frage nach dem altersgerechten Wohnen. Auch die passenden Pflegeangebote sind für eine individuelle Betreuung und Versorgung entscheidend.


Was ist Altenpflege?

Der Begriff "Altenpflege" beschreibt im Allgemeinen die Betreuung und Pflege alter Menschen. Einerseits kann diese in speziellen Institutionen wie etwa Altenheimen oder Pflegeheimen stattfinden und durch qualifiziertes Personal erfolgen, beispielsweise examinierte Altenpfleger und Altenpflegerinnen. Auch Altenpflegehelfer und Altenpflegehelferinnen gehören dazu. Bei dieser Form der Betreuung spricht man von der beruflichen Altenpflege.

Andererseits ist auch die nichtberufliche, häusliche Altenpflege in Deutschland weit verbreitet – etwa 71 Prozent aller Pflegebedürftigen werden im häuslichen Umfeld von ihren Angehörigen betreut. Die häusliche Betreuung (Hauskrankenpflege) kann jedoch auch durch ambulante Pflegedienste erfolgen. In einem solchen Fall ist von der mobilen Altenpflege die Rede.

Wohnen im Alter

Häusliche Pflege

Viele Angehörige versorgen ältere pflegebedürftige Familienmitglieder zuhause. Die eigenen vier Wände sorgen für ein vertrautes Umfeld, das zum Wohlbefinden der Senioren beiträgt. Auch wenn das der Fall ist, kann die häusliche Altenpflege für Angehörige zur Herausforderung werden. So ist es für Pflegende beispielsweise nicht immer einfach, das eigene Berufsleben und die Pflege von Familienmitgliedern unter einen Hut zu bekommen.

Welche Vorteile hat die häusliche Pflege?

  • Gewohntes Umfeld für Pflegebedürftige
  • Enger Kontakt zur Familie
  • Erhalt von gewohnten Tagesabläufen
  • Geringere Kosten, beispielsweise im Vergleich zur stationären Pflege
  • Liebevolle Betreuung

Welche Nachteile hat die häusliche Pflege?

  • Eventuelle Wohnraumanpassung nötig (barrierefreies Wohnen)
  • Hoher Organisationsaufwand für Angehörige
  • Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für Angehörige
  • 24-Stunden-Betreuung ist für Angehörige oft nicht möglich
  • Im Fall von an Demenz erkrankten Pflegebedürftigen fehlt Angehörigen oft das Know-how in Bezug auf die erforderliche Pflege und Betreuung

Wohngemeinschaften für Senioren

Mit voranschreitendem Alter fällt es Senioren oft zunehmend schwerer, schwierige Aufgaben im Haushalt allein zu bewältigen. Häufig ist auch das Zusammenkommen mit Gleichgesinnten außer Haus aufgrund eingeschränkter Mobilität nicht immer einfach. Vor diesem Hintergrund kann eine Senioren-WG die passende Wohnlösung fürs Alter sein. In Wohngemeinschaften leben Senioren gemeinsam in einer Wohnung. So haben sie Gesellschaft, können sich gegenseitig unterstützen und gleichzeitig Pflege- und Betreuungsangebote wahrnehmen. 

Welche Vorteile haben Wohngemeinschaften für Senioren?

  • Vergleichsweise geringe Mietkosten
  • Gesellschaft und gemeinsame Aktivitäten
  • Gegenseitige Unterstützung
  • Gemeinsame Nutzung von Pflege- und Betreuungsangeboten
  • Erhöhte Förderbeträge für z. B. die Wohnraumanpassung

Welche Nachteile haben Wohngemeinschaften für Senioren?

  • Eingeschränkte Auswahl an barrierefreien Wohnungen
  • Mögliche Konflikte mit Mitbewohnern
  • Rücksichtnahme ist notwendig
  • Zweimaliger Umzug bei späterer Notwendigkeit einer stationären Pflege

Mehrgenerationenhaus

Eine weitere Alternative für das Wohnen im Alter ist das Mehrgenerationenhaus. Wie die Bezeichnung verrät, leben diesem Wohnkonzept nach mehrere Generationen unter einem Dach, so auch Pflegebedürftige und ihre Familien. Dabei bewohnen pflegebedürftige Senioren aufgrund eingeschränkter Mobilität meist das Erdgeschoss, denn das Treppensteigen kann schnell anstrengend werden. Die anderen Familienmitglieder wohnen in anderen Stockwerken. Der Vorteil des Wohnkonzeptes fürs Alter: Das unabhängige Wohnen und Leben von Senioren bleibt gewahrt, wobei die Altenpflege durch die Familienmitglieder bei Bedarf recht einfach zu organisieren ist.

Welche Vorteile haben Mehrgenerationenhäuser?

  • Unabhängiges Wohnen für alle Parteien
  • Familiäres, vertrautes Umfeld
  • Gesellschaft für Senioren
  • Im Bedarfsfall Hilfe bei der Altenpflege durch Familienmitglieder

Welche Nachteile haben Mehrgenerationenhäuser?

  • Konfliktpotenzial durch räumliche Nähe

Betreutes Wohnen

Wenn es um die Themen Altenpflege und Wohnen im Alter geht, dann ist vielen Menschen betreutes Wohnen ein Begriff. Oft wird es auch als Wohnen mit Service, Seniorenwohnen oder Wohnen plus bezeichnet. Unabhängig von der Bezeichnung handelt es sich um ein Wohnkonzept fürs Alter, das barrierefreie Wohnungen für Senioren zu Verfügung stellt und gleichzeitig bedarfsgerechte Pflegeleistungen beinhaltet.

Welche Vorteile hat betreutes Wohnen?

  • Barrierefreies Wohnen
  • Viel Selbstständigkeit für Bewohner
  • Privatsphäre durch eigenen Rückzugsort
  • Soziale Kontakte
  • Gemeinsame Aktivitäten
  • Bei Bedarf Pflegeleistungen, z. B. ambulanter Pflegedienst

Welche Nachteile hat betreutes Wohnen?

  • Vergleichsweise kleines Angebot an betreuten Wohneinrichtungen
  • Unterschiedliche Qualitätsstandards aufgrund des ungeschützten Begriffes "Betreutes Wohnen"
  • Die Pflege für Schwerstpflegebedürftige ist zum Teil ausgeschlossen

Seniorenresidenz/Seniorenstift

Für Senioren, die ihren Lebensabend mit Luxus und Komfort genießen möchten, eignen sich Seniorenresidenzen. Diese zeichnen sich durch ihre moderne Einrichtung, ein umfangreiches kulinarisches Angebot, Gemeinschaftsaktivitäten und zahlreiche Services sowie Pflegeleistungen aus.

Welche Vorteile haben Seniorenresidenzen?

  • Moderne Einrichtung
  • Attraktive Gemeinschaftsaktivitäten
  • Großes gastronomisches Angebot (oft Vollverpflegung)
  • Viel Service
  • Umfangreiche Pflegeleistungen

Welche Nachteile haben Seniorenresidenzen?

  • Hohe Kosten
  • Der Begriff "Seniorenresidenz" ist nicht geschützt, sodass auch Pflegeeinrichtungen mit weniger Komfort diese Namensgebung verwenden

Pflegeheime und Altenheime

Liegt ein erhöhter Pflegebedarf für Senioren vor, ist das Altenheim oder Pflegeheim die passende Wahl fürs Wohnen im Alter. Oft werden diese Einrichtungen auch als Seniorenheime oder Seniorenpflegeheime bezeichnet. Im Rahmen der vollstationären Altenpflege werden umfangreiche Pflegeleistungen auf die Bedürfnisse der Bewohner angepasst. Dabei erfolgt die Pflege rund um die Uhr durch professionelles Fachpersonal.

Welche Vorteile haben Pflegeheime/Altenheime?

  • Barrierefreies Wohnen
  • Soziale Kontakte 
  • Gemeinsame Aktivitäten im Altenheim
  • Jederzeit medizinische Hilfe
  • Professionelles Fachpersonal
  • Individuell angepasste Betreuung und Pflege

Welche Nachteile haben Pflegeheime/Altenheime?

  • Zum Teil hohe Kosten
  • Umzug in eine fremde Umgebung
  • Vergleichsweise kleiner Wohnraum
  • Kaum Rückzugsmöglichkeiten
  • Wechselndes Pflegepersonal, kein fester Ansprechpartner

Hospiz

Wenn Menschen im Sterben liegen, ist ein Hospiz die richtige Wahl. Dort geht es vor allem darum, Menschen den letzten Lebensweg so würdevoll, angenehm und schmerzfrei wie möglich zu gestalten. Die Sterbebegleitung ist eine der wesentlichen Aufgaben in einem Hospiz.

Pflegeformen der Altenpflege

Ambulante Pflege/Mobile Pflege

Im Rahmen der mobilen Pflege erfolgt die Betreuung von Patienten im eigenen Zuhause durch einen ambulanten Pflegedienst. Die Leistungen umfassen grundpflegerische Aufgaben. Dazu gehören beispielsweise die häusliche Krankenpflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Durch ihre Unterstützung entlasten mobile Pflegedienste Angehörige bei der Betreuung und Versorgung von Familienmitgliedern.

Teilstationäre Pflege

Bei der teilstationären Pflege (Tagespflege und Nachtpflege) findet die Betreuung pflegebedürftiger Menschen in speziell dafür vorgesehenen Einrichtungen statt. Oft gehört die teilstationäre Pflege auch zum Leistungsangebot von Altersheimen. Im Rahmen der Tages- oder Nachtpflege erstreckt sich die Versorgung und Betreuung über einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise von morgens bis nachmittags. Das ermöglicht Angehörigen, dem eigenen Beruf nachzugehen, während Familienmitglieder gepflegt werden und macht damit die dauerhafte Unterbringung in einem Heim unnötig.

Verhinderungspflege

Es kann vorkommen, dass Personen für einen längeren Zeitraum im häuslichen Umfeld gepflegt werden müssen, beispielsweise aufgrund der Nachversorgung nach einer Operation. Überschreitet die Pflegedauer im eigenen Zuhause sechs Monate, besteht Anspruch auf die sogenannte Verhinderungspflege. Können sich Angehörige des Patienten nicht um die Pflege kümmern, übernimmt dies die Ersatzpflege. Die Kosten für die Leistungen der Ersatzpflege werden von der Pflegekasse getragen, allerdings maximal sechs Wochen pro Jahr. Dabei kann die Betreuung sowohl stationär als auch ambulant erfolgen.

24-Stunden-Pflege

Findet die Altenpflege rund um die Uhr statt, spricht man von der 24-Stunden-Pflege. Diese Form der Pflege kann auf unterschiedliche Art erfolgen – beispielsweise durch ambulante Pflegedienste, Vollzeit-Betreuungskräfte oder in stationären Einrichtungen.

Intensivpflege, ambulante Intensivpflege

In manchen Fällen sind Menschen schwerstpflegebedürftig, sodass es der intensiven Überwachung und Unterstützung bedarf. Dafür ist die sogenannte Intensivpflege verantwortlich. Diese kann stationär als auch im häuslichen Umfeld erfolgen. Ist Letzteres der Fall, spricht man von der ambulanten Intensivpflege

Palliativpflege und Hospizpflege

In der Palliativpflege geht es vorranging um die Pflege und Sterbebegleitung von Menschen, die im Sterben liegen. Ziel ist es, sterbenden Menschen den letzten Lebensweg würdevoll und schmerzfrei zu gestalten. Diese Aufgabe kann von unterschiedlichen Institutionen übernommen werden. Dazu gehören:

  • Ambulante Pflegedienste
  • Ambulante Palliativdienstleister
  • Palliativstationen
  • Stationäre Hospize

Langzeitpflege

Es gibt Menschen mit einem erhöhten Pflegebedarf, der nur stationär und rund um die Uhr geleistet werden kann. In einem solchen Fall der vollstationären Pflege spricht man von der Langzeitpflege.

Kurzzeitpflege

Findet die vollstationäre Pflege in einer Pflegeeinrichtung nur für einen kurzen Zeitraum statt, ist von der sogenannten Kurzzeitpflege die Rede. Oft kommt es nach einem Krankenhausaufhalt von Pflegebedürftigen zur Kurzzeitpflege, etwa um die weitere Versorgung der Patienten abzuwägen oder um eine Pflegeeinrichtung zu testen.