Grundpflege: Leistungen, Kosten und Pflegestandards

Die Grundpflege umfasst elementare Maßnahmen zur Versorgung einer pflegebedürftigen Person, beispielsweise die Körperpflege. Medizinische Leistungen fallen nicht in den Leistungsbereich der Grundpflege. Erfahren Sie mehr auf unserer Seite.


Was ist die sogenannte Grundpflege?

Wenn Menschen pflegebedürftig werden, brauchen sie oft Unterstützung zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben, die ihnen alters- oder krankheitsbedingt schwerfallen. Ob durch Angehörige oder beispielsweise den ambulanten Pflegedienst – fallen die Pflegemaßnahmen zur Versorgung von pflegebedürftigen Personen in die grundlegenden Bereiche der Körperpflege, Ernährung und Mobilität, ist von der Grundpflege die Rede. Diese gehört neben der Behandlungspflege, der hauswirtschaftlichen Betreuung sowie der Beratung von Pflegebedürftigen und Angehörigen zur sogenannten häuslichen Krankenpflege nach Sozialgesetzbuch Fünf (SGB V).

Kleine Grundpflege und große Grundpflege (Körperpflege)

Leistungen der kleinen Grundpflege

  • Waschen, Duschen oder Baden (Abhängig von der Verfassung des Patienten)
  • Hilfestellung bei der Zahnpflege
  • Kämmen
  • Rasieren

Leistungen der großen Grundpflege

  • Ganzkörperwäsche
  • Vollständige Mundhygiene
  • Reinigung von Pflegehilfsmitteln (z. B. Katheter, Katheterbeutel, Urinbeutel)
  • Kontrolle beim Wasserlassen und Stuhlgang
  • Hygienemaßnahmen im Intimbereich
  • Reinigung und Versorgung künstlicher Ausgänge (Urostoma, Anus praeter)
  • Inkontinenzversorgung

Grundpflege und Ernährung

Exemplarische Leistungen im Überblick

  • Nahrungszubereitung (mundgerecht)
  • Ggf. Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
  • Ggf. Pflege von Sonde, wenn vorhanden

Grundpflege und Mobilität

Exemplarische Leistungen im Überblick

  • Hilfe beim Aufstehen und Zubettgehen
  • Hilfe beim An- und Ausziehen
  • Arztbesuche

Kosten der Grundpflege: Wer trägt die Kosten?

Meist übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die Grundpflege. Das ist dann der Fall, wenn die Leistungen der Pflege in die Bereiche der Körperpflege, Ernährung und Mobilität fallen. Handelt es sich um eine ärztlich engeordnete häusliche Pflege, kann auch die Krankenkasse bzw. die Pflegeversicherung zum Kostenträger der Grundpflege werden. Allerdings muss für die Kostenübernahme durch die Pflegekasse oder Pflegeversicherung die pflegebedürftige Person in den Pflegegrad 1 eingestuft worden sein.

Grundpflege nach SGB V

Sofern die Grundpflege eines Patienten von einem Arzt angeordnet wird, handelt es sich um eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, die nach SGB V (Sozialgesetzbuch Fünf) zur sogenannten häuslichen Krankenpflege gehört.

Grundpflege nach SGB XI

Nach SGB XI (Sozialgesetzbuch Elf) orientiert sich die Grundpflege von Patienten an der jeweiligen Pflegebedürftigkeit. Diese wird anhand der Pflegegrade klassifiziert. Auf Basis des dem Patienten zugeteilten Pflegegrades (Pflegegrad 1 – 5) werden die Kosten für die Grundpflege anteilig von der Pflegekasse bzw. der Pflegeversicherung übernommen.

Pflegestandards der Grundpflege

Zu den Pflegestandards der Grundpflege gehören Prophylaxe-Maßnahmen. Diese sollen verhindern, dass die pflegebedürftige Person neben der Grunderkrankung keine weiteren Beschwerden oder Erkrankungen bekommt. Folgende vorbeugende Maßnahmen gehören zu den Pflegestandards der Grundpflege:

Dekubitusprophylaxe

Die Dekubitusprophylaxe umfasst Maßnahmen, die der Vorbeugung gegen Wundliegen dienen.

Tätigkeiten:

  • Regelmäßiger Lagerungswechsel
  • Einsatz von Dekubitusmatratzen
  • Hautpflege an besonders gefährdeten Körperstellen

Kontrakturenprophylaxe

Die Kontrakturenprophylaxe soll Muskelverkürzungen vorbeugen.

Maßnahmen:

  • Regelmäßige Umlagerung 
  • Krankengymnastik
  • Unterstützung bei der Eigenbewegung

Thromboseprophylaxe

Die Thromboseprophylaxe soll die Entstehung von Blutgerinnseln verhindern.

Maßnahmen:

  • Regelmäßige Umlagerung 
  • Krankengymnastik
  • Unterstützung bei der Eigenbewegung

Pneumonieprophylaxe

Bei der Pneumonieprophylaxe geht es darum, das Aufkommen von Lungenentzündungen zu verhindern.

Maßnahmen:

  • Atemgymnastik, spezielle Atemtechniken
  • Versorgung mit guter Raumluft
  • Sekretlockerung durch Flüssigkeitsaufnahme und schleimlösende Medikamente
  • Aushusten oder Absaugen
  • Entlastung der Lungenflügel durch spezielle Sitz-, Steh- und Lauftechniken

Intertrigoprophylaxe

Diese Form der Prophylaxe dient der Vermeidung von juckenden und nässenden Stellen auf der Haut.

Maßnahmen:

  • Trockenhalten von Hautfalten
  • Föderung der Mobilität
  • Hautbelüftung gewährleisten (durch beispielsweise luftdurchlässige Kleidung)
  • Regelmäßiges Waschen

Obstipationsprophylaxe

Im Rahmen der Obstipationsprophylaxe geht es darum, Verstopfungen des Darmtraktes vorzubeugen.

Maßnahmen:

  • Ausgewogene Ernährung
  • Genügend Bewegung 
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Soor- / Parotitisprophylaxe

Die Soor- bzw. Parotitisprophylaxe soll vor allem davor schützen, dass es zu Pilzinfektionen und Entzündungen der Ohrspeicheldrüse kommt.

Maßnahmen:

  • Genügend Flüssigkeitszufuhr
  • Mundspülungen
  • Regelmäßige Mundhygiene
  • Anregung der Speichelproduktion
  • Lippenpflege mit Wundsalbe und Vaseline

Exsikkoseprophylaxe

Das vorrangige Ziel der Exsikkoseprophylaxe ist es, den Körper vor der Austrocknung zu bewahren.

Maßnahmen:

  • Genügend Flüssigkeitszufuhr
  • Kontrolle der Flüssigkeitszufuhr
  • Hilfestellung beim Trinken

Alltagsfähigkeiten und Kommunikation fördern

Im Fokus steht die Förderung der Selbstständigkeit von Patienten.

Maßnahmen:

  • Übungen zur Körperpflege
  • An- und Ausziehtraining
  • Übungen zur Nahrungsaufnahme
  • Übungen für den Toilettengang
  • Gedächtnistraining
  • Förderung sozialer Kontakte