Behandlungspflege: Häusliche Krankenpflege auf ärztliche Verordnung

Die Behandlungspflege von Patienten bedarf der ärztlichen Verordnung und umfasst medizinische Pflegeleistungen. Erfahren Sie das Wichtigste zum Thema Behandlungspflege auf unserer Seite.


Was ist die Behandlungspflege nach SGB V?

Die sogenannte Behandlungspflege gehört zur Häuslichen Krankenpflege nach SGB V und umfasst ausschließlich medizinische Leistungen zur Versorgung pflegebedürftiger Patienten im häuslichen Umfeld. Die Behandlungspflege wird von einem Arzt verordnet und nach dessen Vorgaben von examinierten Pflegekräften durchgeführt. Ziel der Behandlungspflege ist es, die Verbesserung oder Heilung von Krankheiten herbeizuführen bzw. die Verschlimmerung von solchen zu verhindern. Manchmal wird die Behandlungspflege auch angeordnet, um einem Aufenthalt im Krankenhaus vorzubeugen. In einem solchen Fall spricht man von der sogenannten Krankenhausverhinderungspflege.

Exemplarische Leistungen der Behandlungspflege im Überblick

  • Krankenbeobachtung
  • Wundversorgung
  • Dekubitusbehandlung
  • Blutdruckmessung und Blutzuckermessung
  • Überprüfung und Versorgung von Drainagen
  • Infusionen
  • Katheterwechsel
  • Medikamentengabe
  • Bedienung und Überwachung eines Beatmungsgerätes

Kosten und Dauer der Behandlungspflege

Kosten der Behandlungspflege

Die Kosten der medizinischen Behandlungspflege trägt grundsätzlich die Krankenkasse des Versicherten. Für die Kostenübernahme muss ein entsprechender Antrag beim Kostenträger gestellt werden, der die Notwendigkeit der Behandlungsmaßnahmen prüft. Wird die Notwendigkeit festgestellt und die häusliche Pflege vom Arzt verordnet, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Zuzahlung zur Behandlungspflege

Der Patient muss in der Regel selbst eine Zuzahlung leisten, wenn er das 18. Lebensjahr überschritten hat. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent der Behandlungskosten und muss höchstens 28 Tage lang vom Versicherten getragen werden. Jedoch darf der vom Patienten zu zahlende Höchstbetrag von 10 Euro pro Verordnung und pro Tag nicht überschritten werden. In folgenden Ausnahmefällen entfällt die Zuzahlung:

  • Behandlungspflege aufgrund einer Schwangerschaft
  • Behandlungspflege nach einer Entbindung
  • Behandlungspflege für Empfänger der Grundsicherung im Alter
  • Behandlungspflege für Menschen mit chronischen Krankheiten

Dauer der Behandlungspflege

Im Rahmen einer erstmaligen Verordnung der Behandlungspflege gilt diese für 14 Tage. Besteht gesundheitlich die Notwendigkeit zur Verlängerung der Behandlungspflege, kann eine Folgeversorgung ausgestellt werden.

Handelt es sich bei der verordneten Behandlungspflege um eine Krankenhausverhinderungspflege, ist eine Beantragung für die Dauer von bis zu vier Wochen möglich. Bei längerer Pflegedauer prüft der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkasse) die Sachlage und stellt je nach Situation einen vorläufigen Pflegegrad 1 bis 5 aus. Dieser ist dann bis zu sechs Monate gültig.

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Behandlungspflege, Grundpflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten

Nach dem fünften Sozialgesetzbuch gehören drei Teilbereiche zur häuslichen Krankenpflege: die Behandlungspflege, die Grundpflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Die jeweiligen Bereiche umfassen spezifische Leistungen. Sind zur umfassenden Versorgung von pflegebedürftigen Patienten Leistungen notwendig, die über die medizinische Behandlungspflege hinausgehen, können diese ärztlich angeordnet werden.

Exemplarische Leistungen der Grundpflege

  • Hilfe bei der Ernährung
  • Körperpflege
  • An- und Ausziehen
  • Reinigung und Versorgung von künstlichen Ausgängen
  • Bewegungsübungen
  • Hilfe beim Toilettengang

Exemplarische hauswirtschaftliche Tätigkeiten

  • Einkaufen
  • Kochen
  • Geschirr spülen
  • Bettwäsche wechseln
  • Müll entsorgen

Häufig gestellte Fragen

Was ist Behandlungspflege?

Die Behandlungspflege ist ein Teilbereich der Häuslichen Krankenpflege nach SGB V. Sie umfasst ausschließlich medizinische Leistungen zur Versorgung pflegebedürftiger Patienten im häuslichen Umfeld, wird von einem Arzt verordnet und von examinierten Pflegekräften durchgeführt.

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