Pflege & Altenpflege – alles Wissenswerte zum Thema

Immer häufiger sind Menschen im Alltag auf Pflege angewiesen. Senioren stellen die größte pflegebedürftige Gruppe. 2019 waren laut Statistischem Bundesamt insgesamt 4,1 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Diese Zahl gibt deutlich Auskunft darüber, dass dem Thema Pflege bzw. Altenpflege große Bedeutung zukommt. Kommt es zur Pflegebedürftigkeit, stellen sich oft viele Fragen: Welche Pflegeleistungen stehen zu? Wie wird ein Pflegegrad beantragt? Wir informieren Sie auf unserer Seite rund ums Thema Pflege.


Die Entstehungsgeschichte der Pflege

Schon immer bestand für Menschen die Notwendigkeit, sich um kranke und schwache Mitglieder der Familie oder Gemeinschaft zu kümmern. Die Versorgung Pflegebedürftiger stand ganz im Zeichen der Nächstenliebe. Erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelten sich aus dem Akt der zwischenmenschlichen Fürsorge – der sogenannten nichtberuflichen Pflege – spezialisierte, professionelle Pflegeberufe in unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise der Kinderkrankenpflege und Altenpflege.

Altenpflege & Wohnen im Alter

Wenn es um die Altenpflege von hilfsbedürftigen Familienmitgliedern geht, stellt sich für Angehörige oft die Frage, wie die Pflege am besten gestaltet werden soll. Rund drei Viertel aller Pflegepatienten, etwa 2,6 Millionen Menschen, werden im häuslichen Umfeld versorgt, in den meisten Fällen von den Angehörigen selbst. Auch wenn die familiäre Fürsorge den größten Teil der Altenpflege ausmacht, gestaltet sie sich aufgrund der Berufstätigkeit vieler Angehöriger nicht immer einfach. Unterstützung leisten daher die sogenannte 24-Stunden-Pflege und der ambulante Pflegedienst. Auch die Betreuung in unterschiedlichen Wohneinrichtungen für Senioren ist möglich.

Pflegestufen und Pflegegrade

Pflegestufen

Die sogenannten drei Pflegestufen waren bis zum 31.12.2016 im Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) verankert und sicherten pflegebedürftigen Menschen die Leistungen der Pflegeversicherung und Pflegekasse.

Pflegegrade

Seit 01.01.2017 gelten fünf Pflegegrade für Menschen, die in ihrer Selbständigkeit und Alltagskompetenz eingeschränkt sind – zum Beispiel Demenzerkrankte, längerfristig psychisch Erkrankte oder Menschen mit geistiger Behinderung. Je nach Schwere der Beeinträchtigung erhalten sie im Rahmen einer Pflegebegutachtung einen der Pflegegrade: Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5.

Pflegegesetz & Pflegerecht

Sozialgesetzbücher

Die gesetzlichen Grundlagen zur Versorgung von Kranken sowie hilfs- und pflegebedürftigen Personen sind in den deutschen Sozialgesetzbüchern (SGB) verankert. Dazu gehören unter anderem folgende Gesetzbücher:

  • das SGB V (Regelungen zur Leistungen der gesetzliche Krankenversicherung)
  • das SGB IX (Regelungen zur Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung)
  • das SGB XI (Regelungen zur soziale Pflegeversicherung)
  • das SGB XII (Regelungen zur Sozialhilfe)

Pflegestärkungsgesetze

Die deutschen Pflegestärkungsgesetze sollen zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Patienten beitragen. So sind beispielsweise im Rahmen des ersten Pflegestärkungsgesetzes die Leistungssätze für Menschen mit Demenz und pflegebedürftige Personen mit den Pflegestufen 0 bis 3 um durchschnittlich vier Prozent gestiegen. Ebenso wurde durch das PSG I die Bezuschussung für die altersgerechte Wohnraumanpassung von 2.557 Euro auf 4.000 Euro erhöht.

Pflegezeitgesetz

Um die gesetzlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich berufstätige Angehörige um pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern können, wurde das sogenannte Pflegezeitgesetz erlassen und die Pflegezeit eingeführt. Im Rahmen der Pflegezeit ist es möglich, dass sich Angehörige für die Pflege von Familienmitgliedern befristet komplett freistellen lassen können. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, bis zu zwei Jahre in Teilzeit zu arbeiten.

Pflegekasse & Pflegeleistungen

Wenn es um das Thema Pflege geht, stellt sich immer auch die Frage nach der Finanzierung, beispielsweise für die Unterkunft Bedürftiger in Pflegeheimen oder den ambulanten Pflegedienst. Zu diesem Zweck können Leistungen der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden. Ob Pflegegeld oder Pflegesachleistungen – welche Form der finanziellen Unterstützung in welcher Höhe gewährt wird, hängt vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Deshalb muss grundsätzlich ein Pflegegrad bei der Pflegeversicherung beantragt werden, bevor Leistungen in Anspruch genommen werden können.

Exemplarische Leistungen der Pflegekasse

  • Pflegegeld
  • Pflegesachleistungen
  • Kombinationsleistungen
  • Betreuungs- und Entlastungsleistungen
  • Leistungen zur Wohnraumanpassung

Häufig gestellte Fragen

Was gehört zur Pflege?

Die einzelnen Maßnahmen zur Versorgung pflegebedürftiger Menschen sind vielfältig. Grundsätzlich lassen sie sich jedoch in die drei Teilbereiche der Körperpflege, Ernährung und Mobilität unterteilen.

Mehr erfahren

Was gehört zur häuslichen Krankenpflege?

Nach dem fünften Sozialgesetzbuch gehören drei Teilbereiche zur häuslichen Krankenpflege: die Behandlungspflege, die Grundpflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Die jeweiligen Bereiche umfassen spezifische Leistungen. Sind zur umfassenden Versorgung von pflegebedürftigen Patienten Leistungen notwendig, die über die medizinische Behandlungspflege hinausgehen, können diese ärztlich angeordnet werden.

Mehr erfahren

Gibt es Änderungen in der häuslichen Pflege?

Die Pflegereform 2021 sieht unter anderem mehr finanzielle Unterstützung für Pflegebedürftige vor, die im häuslichen Umfeld betreut werden. So wird das monatliche Pflegegeld für pflegebedürftige Menschen mit dem Pflegegrad 2 von 316 Euro auf 332 Euro erhöht.

Mehr erfahren