Pflegesachleistungen: Voraussetzungen, Höhe und Antragsstellung

Um die Versorgung und Betreuung von Pflegebedürftigen sicherzustellen, gibt es verschiedene Unterstützungsleistungen, darunter die sogenannten Pflegesachleistungen. Erfahren Sie auf unserer Seite, was unter Pflegesachleistungen verstanden wird, wie hoch diese ausfallen und wem sie zustehen.


Was sind Pflegesachleistungen?

Der Begriff "Pflegesachleistungen" kann missverstanden werden. Denn bei Pflegesachleistungen handelt es sich nicht um Sachgegenstände, die für die Pflege zur Verfügung gestellt werden. Unter dem Begriff werden Pflegemaßnahmen versammelt, die von professionellem Pflegepersonal ambulanter Pflegedienste geleistet werden.

Unterschied zwischen Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Pflegesachleistungen sind zweckgebunden und dienen ausschließlich der Finanzierung von Dienstleistungen professioneller Pflegedienste. Anders beim Pflegegeld: Über dieses können Pflegebedürftige frei verfügen.

Beispiele für Pflegesachleistungen

Alle pflegerischen Maßnahmen, die zur sogenannten Grundpflege gehören, werden als Pflegesachleistungen verstanden. Darunter fällt die Hilfestellung bei der Körperpflege, Bewegung und Ernährung von pflegebedürftigen Menschen. Auch die Unterstützung im Haushalt sowie die vorübergehende ambulante Betreuung im Rahmen der Tages- und Nachtpflege gehören dazu.

Exemplarische Beispiele für Pflegesachleistungen

  • Hilfestellung beim Duschen/Baden
  • Hilfestellung beim Umsetzen
  • Hilfestellung beim An- und Ausziehen
  • Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme
  • Erledigung von Einkäufen
  • Wohnungsreinigung

Anspruch auf Pflegesachleistungen

Versicherte mit dem Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5 haben grundsätzlich Anspruch auf Pflegesachleistungen. Personen ohne Pflegegrad oder mit dem Pflegegrad 1 sind nicht anspruchsberechtigt.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen bei Pflegegrad 1

Allerdings können Versicherte mit dem Pflegegrad 1 ihren Anspruch für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen geltend machen, die monatlich mit 125 Euro bezuschusst werden. Die zweckgebundene Leistung darf lediglich für Angebote genutzt werden, die Angehörige entlasten und Pflegebedürftige in ihrer Selbstständigkeit fördern.

Exemplarische Betreuungs- und Entlastungsleistungen

  • Tages­pflege und Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Ambulante Pflegedienste
  • Landesrechtlich anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag

Höhe der Pflegesachleistungen

Die Höhe der zustehenden Pflegesachleistungen ist an die Pflegegrade gekoppelt. Dabei gilt: Je höher der Pflegegrad, desto höher die Pflegesachleistungen. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die Leistungshöhe:

Höhe der Pflegesachleistungen nach Pflegegrad

PflegegradMonatliche Pflegesachleistungen
Pflegegrad 10 Euro
Pflegegrad 2689 Euro
Pflegegrad 31.298 Euro
Pflegegrad 41.612 Euro
Pflegegrad 51.995 Euro

Kombination aus Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Oft werden Pflegebedürftige nicht nur von Angehörigen betreut, sondern ebenfalls durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt. In solchen Fällen lassen sich das Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombinieren. Das Pflegegeld wird dann prozentual um den Anteil der in Anspruch genommenen Pflegesachleistungen gekürzt.

Pflegesachleistungen beantragen

Möchten Versicherte Pflegesachleistungen beantragen, können sie sich an ihre Krankenkassen wenden. Diese sind den Pflegekassen angeschlossen, sodass der Antrag dort eingereicht wird. Ob telefonisch oder per Post – die formlose Antragsstellung ist ausreichend. Nach dieser lassen die Pflegekassen Antragsstellern Formulare zukommen, die ausgefüllt wieder zurückgesendet werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Was gehört zu Pflegesachleistungen?

Unter dem Begriff "Pflegesachleistungen" werden Pflegemaßnahmen versammelt, die von professionellem Pflegepersonal ambulanter Pflegedienste geleistet werden.

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Wer hat Anspruch auf Pflegesachleistungen?

Anspruchsberechtigt sind Versicherte, die mindestens den anerkannten Pflegegrad 2 haben.

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Wie hoch sind Pflegesachleistungen?

Die Höhe der Pflegesachleistungen ist an den jeweiligen Pflegegrad von Versicherten gekoppelt. Dabei gilt: Je höher der Pflegegrad, desto höher der Leistungsanspruch.

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