Friedhof

Die Bedeutung des Wortes Friedhof hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Ursprünglich bezeichnete der Begriff, abgeleitet vom althochdeutschen Wort „frithof“ einen bestimmten Bereich um eine Kirche herum. Heute sind Friedhöfe nicht mehr an die unmittelbare Umgebung von Kirchen gebunden, sodass es beispielsweise zahlreiche Waldfriedhöfe gibt. Der Friedhof ist zu einem Ort geworden, an dem Verstorbene nicht nur beigesetzt werden. Es ist auch ein Ort der Trauerbewältigung, an dem Angehörige und Freunde Verstorbenen gedenken können. 


Was ist ein Friedhof?

Auf einem Friedhof werden verstorbene Menschen bestattet bzw. beigesetzt. Neben der Bestattungspflicht in Deutschland erfüllt der Friedhof jedoch noch einen weiteren Zweck. Denn an diesem friedlichen Ort können Hinterbliebene in Gedenken an Verstorbene Grabstätten errichten. Diese können jederzeit von Angehörigen und Freunden besucht werden, um beispielsweise Blumen oder Kerzen aufzustellen. Damit ist der Friedhof ein Ort, der auch der Trauerhilfe und Trauerbewältigung dient.

Welche Friedhofstypen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Friedhöfen. Manche erinnern aufgrund ihrer großen Fläche eher an einen Park. Daher werden diese Friedhöfe auch Parkfriedhöfe genannt. Im Gegensatz dazu gibt es kleinere Dorffriedhöfe. Zudem ist in den letzten Jahren aufgrund der Naturverbundenheit vieler Menschen, die sich eine Bestattung im Grünen wünschen, eine besondere Art des Friedhofs entstanden – der Bestattungswald. Dort können Verstorbene in einer Urne am Fuße eines Baumes beigesetzt werden. 

Die Friedhofstypen im Überblick

  • Parkfriedhof
  • Dorffriedhof
  • Bestattungswald

Sie haben einen akuten Trauerfall?

Ihr Bestatter vor Ort hilft!

Friedhofsgebühren

Wenn ein Verstorbener auf einem Friedhof beerdigt wird, dann muss eine Gebühr für das Nutzungsrecht an der Grabstelle entrichtet werden – die sogenannte Friedhofsgebühr. Diese setzt sich aus den Grabkosten und der Beisetzungsgebühr zusammen. 

Die Grabkosten müssen für die Nutzung der Grabstelle entrichtet werden. Diese erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von 15 bis 25 Jahren. Die Zeitspanne, in der das Grab genutzt wird, bezeichnet man als Ruhezeit. 

Die Beisetzungsgebühren beinhalten die Kosten für:

  • das Ausheben der Grabstelle
  • Matten oder Grün zur Auskleidung des Grabes
  • das Schließen des Grabes

Friedhöfe für verschiedene Religionen

Je nach Religion gibt es unterschiedliche Sitten und Bräuche, die auf Friedhöfen herrschen. 

Natürlich werden nicht nur Verstorbene christlichen Glaubens auf einem Friedhof bestattet. Daher werden auf immer mehr Friedhöfen Bereiche angelegt, auf denen die Bräuche anderer Kulturen und Glaubensrichtungen gewahrt bleiben. 

So gibt es beispielsweise Friedhofsbereiche für Verstorbene jüdischen Glaubens. Denn es ist üblich, dass das Nutzungsrecht an einer Grabstelle irgendwann ausläuft und an jemand anderen vergeben wird. Das bedeutet, dass auch der Grabstein entfernt werden muss. Jedoch sieht das der jüdische Glaube nicht vor. Auf einem jüdischen Friedhof wird ein Grabplatz nur an eine Person vergeben.   

Auch muslimische Grabfelder sind in Anlehnung an den Glauben gestaltet. Daher richten sich die Grabsteine an der Position Mekkas aus. 

Geschichte des Friedhofs

Die Geschichte des Friedhofs beginnt in der Steinzeit. Schon damals war die Beerdigung und Bestattung der Verstorbenen ein fester Bestandteil der Gemeinschaftskultur. Die Sesshaftigkeit der Menschen führte dazu, dass auch Orte entstanden, die für die Beisetzung Verstorbener vorgesehen waren. Im späteren Mittelalter waren diese Orte dann im Bereich von Kirchen anzufinden, weshalb sie auch Kirchhöfe genannt wurden. Doch in Zeiten von Pest und Hungersnot wurde die Zahl Verstorbener immer größer und der Platz für Grabstellen knapp. Viele mussten umgebettet werden, auch um das Risiko gesundheitlicher Gefahren zu minimieren. Dadurch verlagerte sich der Beisetzungsort auf Gebiete, die außerhalb der Stadtmauern lagen. Hier entstanden die ersten sogenannten Zentralfriedhöfe.