Grabkreuz: Holzkreuze und Grabsteine auf Friedhöfen

Holzkreuze auf Friedhöfen sind in der Regel eine Übergangslösung für die Markierung von Grabstätten Verstorbener. Nach Ablauf von circa zwölf Monaten werden Holzkreuze meist durch Grabsteine ersetzt. Erfahren Sie mehr auf unserer Seite.


Was ist ein Grabkreuz?

Wird ein Verstorbener im Rahmen einer klassischen Erdbestattung beerdigt, wird der Sarg ins Grab hinabgelassen und anschließend mit Erde bedeckt. Beim Schließen des Grabes ist zu beachten, dass sich das Erdreich erst nach einiger Zeit setzt. Daher wird unmittelbar nach der Beerdigung zunächst kein schwerer Grabstein an der Grabstätte aufgestellt, der aufgrund des lockeren Erdreichs umfallen oder einsinken könnte. Stattdessen markiert für eine gewisse Übergangszeit oft ein sogenanntes Grabkreuz als Symbol des christlichen Glaubens die letzte Ruhestätte, bis ein Grabstein aufgestellt werden kann. Grabkreuze auf dem Friedhof werden auch als Friedhofskreuze, Sterbekreuze oder Totenkreuze bezeichnet.

Grabkreuz für ein Urnengrab

Ein Urnengrab ist kleiner als ein Sarggrab. Aufgrund des geringeren Volumens muss sich vergleichsweise weniger Erde nach dem Schließen eines Urnengrabes setzen. Das Erdreich ist also recht stabil. Aus diesem Grund kann direkt nach der Urnenbeisetzung ein Grabstein aufgestellt werden.

Manchmal stellen Angehörige nach der Beisetzung dennoch ein Grabkreuz auf. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Beispielsweise kann es vorkommen, dass ein Steinmetz für die Gestaltung des Grabsteines eine gewisse Zeit bis zur Fertigstellung braucht. Auch die Einsparung von Bestattungskosten kann ein Grund dafür sein, anstelle eines Grabsteines ein Grabkreuz aufzustellen.


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Materialien für Grabkreuze

Grabkreuze aus Holz

In der Regel bestehen Grabkreuze aus Holz, beispielsweise aus robuster Eiche. Manchmal werden auch weniger haltbare Hölzer wie Kiefer oder Lärche für die Herstellung von Holzkreuzen verwendet. Da Holz ein empfindliches Material ist, werden Holzkreuze mit Lack versiegelt, um diese vor Wettereinflüssen zu schützen.

Es kommt vor, dass ein Holzkreuz nicht nur provisorisch, sondern dauerhaft an der Grabstätte aufgestellt werden soll. In einem solchen Fall wird ein Holzkreuz als Holzgrabmal bezeichnet. Da Grabmale aus Holz auf Dauer Wettereinflüssen standhalten müssen, werden diese aus massiven Hölzern hergestellt und oft mehrfach versiegelt.  

Grabkreuze aus Metall

Eine Alternative zu Grabkreuzen aus Holz sind Grabkreuze aus Metall. Oft lassen Angehörige Metallkreuze aufwendig verzieren. Ein Beispiel dafür sind besonders kunstvoll gearbeitete Kreuze aus Bronze. Es gibt auch Grabkreuze aus Edelstahl. Diese sehen nicht nur schön aus, sondern sind zudem vorteilhaft, weil sie den Wettereinflüssen besonders gut standhalten und rostfrei sind. Da Metallkreuze häufig aufwendig verziert werden, sind sie in der Regel teurer als Holzkreuze.

Grabkreuze aus Acryl

Acryl bietet als Werkstoff viele Vorteile. Das Material ist leicht zu verarbeiten sowie witterungs- und UV-beständig. Die elegante Optik des Materials trifft zudem den Zeitgeist, der sich in vielerlei Hinsicht modern und minimalistisch äußert. So ist Acryl auch beliebt, wenn es um ein zeitloses, beständiges Material für die Herstellung von Grabkreuzen geht. Klassische Farbvarianten wie weißes und schwarzes Acryl werden für die Fertigung von Kreuzen angeboten. Zudem lassen sich diese individuell gestalten, beispielsweise durch eine Lasergravur. Meist werden die Kreuze aus Acryl mit einem Erdspieß im Erdreich befestigt.

Grabkreuze aus Stein

Aufgrund der Verbreitung von mechanischen Verarbeitungstechniken im 16. Jahrhundert und den damit einhergehenden Möglichkeiten für die Gestaltung von Grabkreuzen, wurden solche auch aus Stein gefertigt. Heute findet man auf Friedhöfen nur noch vereinzelt Grabkreuze aus Stein, auch wenn die Herstellung solcher Kruzifixe grundsätzlich bei einem Steinmetz in Auftrag gegeben werden kann.

Arten von Grabkreuzen im Überblick

  • Holzkreuze
  • Metallkreuze
  • Acrylkreuze
  • Steinkreuze

Darf man ein Grabkreuz selber machen?

Oft möchten Angehörige ihrer Liebe und Wertschätzung gegenüber dem Verstorbenen besonderen Ausdruck verleihen. Für einige ist ein liebevoll selbstgemachtes Grabkreuz für die Grabstätte der persönliche Ausdruck für die beständige Erinnerung an den geliebten Menschen. Sofern die Friedhofsordnung das Aufstellen eines selbstgemachten Grabkreuzes erlaubt, dürfen Angehörige die Möglichkeit wahrnehmen.

Trauerkreuze an Unfallorten

Trauerkreuze, die Unfallorte markieren, an denen Menschen tödlich verunglückt sind, findet man am Straßenrand – daher werden sie auch Straßenkreuz genannt. Oft zieren neben Straßenkreuzen auch Sterbelichter und Blumenschmuck die Sterbeorte von Unfallopfern. Die aufgestellten Symbole der Erinnerung an Verstorbene schaffen nicht nur einen alternativen Trauerort für Angehörige und Freunde. Zudem sind sie ein Mahnmal für Verkehrsteilnehmer.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange darf ein Holzkreuz die Grabstätte zieren?

Wie lange ein Holzkreuz aufgestellt bleiben darf, wird in den Friedhofssatzungen von Friedhöfen festgesetzt. Die zulässige Aufstelldauer kann variieren, liegt jedoch grundsätzlich bei circa zwölf bis vierzehn Monaten.

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Was kostet ein Grabkreuz?

Die Kosten für ein Grabkreuz hängen von den individuellen Wünschen ab. Für ein aufwendig gearbeitetes Kreuz aus hochwertigem Material und mit kunstvollen Verzierungen fallen höhere Kosten an als für ein vergleichsweise schlichtes Holzkreuz.

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