Digitaler Nachlass

Für alle Generationen wird das Thema digitaler Nachlass nach dem Tod immer relevanter. Den digitalen Nachlasse sollten Sie genau so regeln wie Ihr Erbe, Testament oder auch die Bestattungsvorsorge.


Die Zahl älterer Internetnutzer steigt

Die manchmal noch vorherrschende Meinung, Internetnutzung sei vor allem etwas für jüngere Leute, ist längst überholt.

Das durchschnittliche Sterbealter ist in den letzten zehn Jahren in Deutschland fast unverändert geblieben: Bei Männern sind es 75,6 und bei Frauen 82,2 Jahre. Im gleichen Zeitraum ergab sich aber eine rasante Steigerung der Internet-Aktivität in der Altersgruppe 60+, die bei fast 400 % liegt. Waren es 2005 noch etwa 3,5 Millionen Internetnutzer, sind es 2017 bereits 12 Millionen aus dieser Altersschicht. Somit hat sich die manchmal noch vorherrschende Meinung, Internetnutzung sei vor allem etwas für jüngere Leute, längst überholt. Die Zahlen der sogenannten digitalen „Silver Surfer“, also der Internetnutzer ab 65 Jahren, variieren in verschiedenen Schätzungen zwischen mindestens 20 % bis maximal 85 %. Insbesondere ältere Menschen nutzen zunehmend auch den Online-Versandhandel, um beschwerliche Einkaufstouren entbehrlich zu machen. Daher sind auch Themen zum digitalen Nachlass aktuell wie nie.

Beratung rund ums Thema digitaler Nachlass gehört dazu

Diese Entwicklung ist für die deutschen Bestatter seit längerem Anlass, die Frage des digitalen Nachlasses im Auge zu behalten. Immer mehr Bestatter bieten daher auch die Möglichkeit einer seriösen und unkomplizierten Abmeldung von Nutzerkonten, Mitgliedschaften und Guthaben bei Handelsplattformen, Dating- und Partnerportalen, Spieleplattformen, Wettanbietern oder Vereinsmitgliedschaften an. Damit werden nicht zuletzt Angehörige und Erben entlastet, die sich nicht um das abmelden der Daten und Verträge kümmern müssen. Auch andere elementare Abmeldungen, etwa von der Rentenversicherung, von Facebook-Konten, der Krankenversicherung oder von GEZ-Gebühren werden so über ein einfaches Portal möglich.

Die Vorteile digitaler Nachlassverwaltung

Bestatter regeln die unkomplizierte Abmeldung von:

  • Nutzerkonten
  • Mitgliedschaften und Guthaben bei Handelsplattformen
  • Dating- und Partnerportalen
  • Spieleplattformen und Wettanbietern
  • Facebook-Konten
  • Google Account
  • Vereinsmitgliedschaften
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • GEZ-Gebühren
  • Weiterer Anbieter und Dienste

Der Bestatter: Ihr digitaler Nachlassverwalter

Durch digitale Nachlassverwaltung unnötige Kosten vermeiden

Verbraucherschützer sind sich einig: Rechtzeitig und korrekt durchgeführte Abmeldungen und Vertragskündigungen verhindern für Angehörige unnötige Kosten. Auch können weiterlaufende Kosten durch Verträge bei Vertragspartnern ermittelt und verhindert bzw. ermittelte Guthaben für die Angehörigen gesichert werden.

Digitaler Nachlass gehört längst dazu

Inzwischen ist längst der Zeitpunkt gekommen, zumindest bei einem sehr großen Teil der Bestattungsaufträge, den Angehörigen die Frage des digitalen Nachlasses zu stellen und passgenaue Lösungen anzubieten.

Bestatter verwalten den digitalen Nachlass

Die im Todesfall bekannten Abmeldungen und Formalitäten können auf Vermittlung des Bestatters inzwischen längst komfortabel auf digitalem Wege durchgeführt werden. Nach Übertragung und Angabe der Daten des Verstorbenen nebst eingescannter Sterbeurkunde können einem unbegrenzten Empfängerkreis gegenüber vielfältigste Abmeldungen angestoßen und generiert werden.


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Bestattungsvorsorge

Profile in sozialen Netzwerken enthalten sensible Inhalte und Daten

Sinnvoll ist es, eine Person des Vertrauens mit allen Aufgaben rund ums digitale Erbe zu betrauen.

Bestatter wissen und weisen Erben und Angehörige darauf hin: Profile in sozialen Netzwerken gehören zu den häufigsten Hinterlassenschaften Verstorbener, die für Angehörige von besonders hoher emotionaler Bedeutung sind. Hier ermöglicht die Abmeldung, den Weg zur Löschung oder Umsetzung eines Profils in den sogenannten „Gedenkstatus“ anzustoßen, was für Angehörige von großer Bedeutung ist.

Digitales Erbe: Datenschutz wird großgeschrieben

Die Vertragsermittlungen und Auskünfte müssen grundsätzlich datenschutzkonform vorgenommen werden. Dabei legen die Bestatter als Vertrauensperson insbesondere darauf Wert, dass die übermittelten Zugangsdaten, Accounts und Passwörter ausschließlich zu Abmeldezwecken genutzt werden und kein Adresshandel betrieben wird, der die Angehörigen gar noch mit Werbepost belästigt.

Komfortables Abmeldeportal für Ihren digitalen Nachlass

Mit einem eindeutigen und individuellen Zugangscode können sich Angehörige auch selbst in das Formalitäten-Portal einwählen und selbstständig Abmeldungen durchführen

Ein für diese Zwecke entworfenes digitales Abmeldeportal der Bestatter bietet den Angehörigen des Verstorbenen einen weiteren Vorteil: Sofern dies vom Verstorbenen gewünscht wurde, können sich Angehörige mit einem eindeutigen und individuellen Zugangscode selbst in das Konto eines solchen Formalitäten-Portals einwählen und selbstständig Abmeldungen regeln, ferner auch sehen, welche Abmeldungen bereits durch den Bestatter angestoßen, vollzogen und vom Vertragspartner bestätigt wurden. Im späteren Zeitverlauf, oftmals nach der Trauerfeier, fallen Angehörigen oft noch Mitgliedschaften ein, die sie dort mit dem individuellen Zugriff komfortabel und bequem abmelden können.

Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur und der Bundesverband Deutscher Bestatter rät Menschen ab Mitte 50 zum Abschluss sogenannter Bestattungsvorsorgeverträge, die für den Todesfall grundlegende Entscheidungen über Bestattungsart und persönliche Präferenzen klären sowie zur Entlastung der Angehörigen das Geld für die Bestattung zweckgebunden hinterlegen. Auch dabei sollte die Frage der Internetaktivität bedacht werden, denn es gibt bereits zu Lebzeiten die Möglichkeit, die vielfältigen Nutzerkonten und Mitgliedschaften per Vollmacht zu hinterlegen, um im Fall der Fälle den eigenen Angehörigen nach dem Tod viele mühsame Schritte bereits abzunehmen.