Das Wichtigste in Kürze

  • Testament: Es regelt, wer nach dem Tod einer Person deren Vermögen erhalten soll.
  • Testamentsarten: Grundsätzlich gibt es eigenhändige und notarielle Testamente.
  • Gültigkeit: Ein Testament muss die gesetzlichen Formvorschriften erfüllen und von einer testierfähigen Person errichtet werden.
  • Testierfreiheit: Der Erblasser kann grundsätzlich selbst bestimmen, wer sein Vermögen erbt. Bestimmte Angehörige können jedoch Pflichtteilsansprüche haben.
  • Änderungen: Einzeltestamente können grundsätzlich widerrufen werden. Bei gemeinschaftlichen Testamenten gelten teilweise besondere Regeln.

Was ist ein Testament?

Ein Testament ist eine Verfügung von Todes wegen. Darin kann der Erblasser eine oder mehrere Personen als Erben einsetzen und weitere Anordnungen für die Zeit nach seinem Tod treffen. Mit einem Testament lässt sich von der gesetzlichen Erbfolge abweichen. Soweit keine wirksame Verfügung von Todes wegen besteht, richtet sich die Verteilung des Nachlasses nach den gesetzlichen Vorschriften. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zur gesetzlichen Erbfolge.

Welche Arten von Testamenten gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen eigenhändigen und notariellen Testamenten unterschieden. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können außerdem unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein gemeinschaftliches Testament errichten.

Eigenhändiges Testament

Ein eigenhändiges Testament wird vom Erblasser selbst handschriftlich verfasst und unterschrieben. Dafür ist grundsätzlich kein Notar erforderlich.

Notarielles Testament

Ein notarielles Testament wird unter Mitwirkung eines Notars errichtet. Dieser beurkundet den letzten Willen und berät bei der rechtlichen Gestaltung.

Gemeinschaftliches Testament und Berliner Testament

Ehegatten können ein gemeinschaftliches Testament erstellen. Eine bekannte Gestaltung ist das Berliner Testament. Dabei setzen sich die Ehepartner häufig gegenseitig als Alleinerben ein und bestimmen weitere Personen, beispielsweise ihre Kinder, zu Schlusserben. Auch wenn sich Ehepartner gegenseitig als Alleinerben einsetzen, können bereits nach dem Tod des ersten Ehepartners dennoch Pflichtteilsansprüche für Kinder entstehen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Berliner Testament.

Jetzt vorsorgen und Angehörige entlasten.

Allianz Lebensversicherungs-AG Lebensversicherung von 1871 A. G. München (LV 1871) Nürnberger Versicherung Signal Iduna

Jetzt mit einer Sterbegeldversicherung die Bestattungskosten finanziell absichern.

Jetzt vorsorgen

Wer darf ein Testament verfassen?

Ein Testament darf grundsätzlich errichten, wer testierfähig ist. Dafür muss die Person insbesondere die Bedeutung ihrer Entscheidungen erkennen und entsprechend handeln können. Ab 16 Jahren kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein notarielles Testament erstellt werden. Ein eigenhändiges Testament ist grundsätzlich erst ab 18 Jahren möglich (§ 2229 BGB).

Was kann man in einem Testament regeln?

Mit einem Testament kann der Erblasser bestimmen, wer sein Vermögen erben soll und welche weiteren Anordnungen nach seinem Tod gelten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Erbeinsetzung: Eine oder mehrere Personen werden als Erben bestimmt.
  • Vermächtnis: Eine Person erhält einen Anspruch auf eine bestimmte Zuwendung, ohne dadurch Erbe zu werden.
  • Enterbung: Bestimmte Angehörige werden von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen.
  • Testamentsvollstreckung: Eine Person wird damit beauftragt, den letzten Willen umzusetzen.

Bei der Gestaltung sind gesetzliche Grenzen zu beachten. So können bestimmte nahe Angehörige trotz Enterbung einen Pflichtteilsanspruch haben.

Worauf muss man beim Verfassen eines Testaments achten?

Ein Testament muss die gesetzlichen Formvorschriften erfüllen und den letzten Willen möglichst eindeutig wiedergeben. Ein eigenhändiges Testament muss grundsätzlich vollständig handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Ort und Datum sollten ebenfalls angegeben werden, da fehlende Angaben insbesondere bei mehreren Testamenten zu rechtlichen Problemen führen können. Eine ausführliche Anleitung mit Formvorschriften und Beispielen finden Sie in unserem Ratgeber Testament schreiben.

Kann man ein Testament ändern oder widerrufen?

Ja. Ein Einzeltestament kann grundsätzlich jederzeit geändert oder widerrufen werden, solange der Erblasser testierfähig ist. Ein Widerruf ist beispielsweise durch ein neues Testament oder unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch die bewusste Vernichtung des bisherigen Testaments möglich. Bei gemeinschaftlichen Testamenten gelten besondere Regeln. Insbesondere nach dem Tod eines Ehepartners können bestimmte Verfügungen bindend sein.

Was passiert mit einem Testament nach dem Tod?

Nach dem Tod des Erblassers wird das Testament durch das Nachlassgericht eröffnet. Wer ein nicht amtlich verwahrtes Testament besitzt, muss es nach Kenntnis vom Tod des Erblassers unverzüglich beim Nachlassgericht abliefern (§ 2259 BGB). Das Nachlassgericht eröffnet das Testament und informiert die gesetzlich vorgesehenen Beteiligten. Weitere Informationen zum Ablauf finden Sie in unserem Ratgeber zur Testamentseröffnung.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Ein eigenhändiges Testament kann ohne Notar gültig errichtet werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen und Formvorschriften erfüllt sind.

Mehr erfahren

Nein. Ein eigenhändiges Testament muss zu Lebzeiten nicht zwingend amtlich verwahrt werden. Eine besondere amtliche Verwahrung kann jedoch helfen, dass es nach dem Todesfall gefunden und eröffnet wird.

Mehr erfahren

Liegt weder ein wirksames Testament noch ein Erbvertrag vor, gilt grundsätzlich die gesetzliche Erbfolge. Sie bestimmt, welche Angehörigen das Vermögen des Verstorbenen erhalten. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Erben ohne Testament.

Mehr erfahren

Vermerk

Die Informationen auf dieser Seite dienen dazu, Ihnen einen Überblick zum Thema zu verschaffen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Inhalte weder eine ausführliche Rechtsberatung darstellen noch eine solche ersetzen können.