Das Wichtigste in Kürze
- Erbrecht: Es regelt die Vererbung von Vermögen und die damit verbundenen Rechte und Pflichten.
- Gesetzliche Erbfolge: Ohne wirksame abweichende Regelung bestimmt das Gesetz, wer erbt.
- Testierfreiheit: Jeder, der ein wirksames Testament errichten kann, darf grundsätzlich selbst bestimmen, wer sein Vermögen erbt.
- Pflichtteil: Bestimmte Angehörige können trotz Enterbung einen Geldanspruch gegen die Erben haben.
- Erbenhaftung: Erben übernehmen grundsätzlich auch Nachlassverbindlichkeiten, können ihre Haftung unter bestimmten Voraussetzungen aber beschränken.
Was ist das Erbrecht?
Das Erbrecht umfasst die gesetzlichen Regeln zur Vererbung von Vermögen. Es ist in Artikel 14 des Grundgesetzes geschützt und insbesondere im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Mit dem Tod eines Menschen geht dessen Vermögen grundsätzlich als Ganzes auf einen oder mehrere Erben über (§ 1922 BGB). Dazu können neben Geld und Immobilien auch Schulden gehören. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zu Erbe und Erbeschaft.
Wer hat nach dem Erbrecht Anspruch auf eine Erbschaft?
Wer erbt, richtet sich nach einer wirksamen Verfügung von Todes wegen oder nach der gesetzlichen Erbfolge. Ohne eine abweichende Regelung durch Testament oder Erbvertrag bestimmt das Gesetz, welche Angehörigen erben. Dabei spielen insbesondere die Verwandtschaftsverhältnisse und das gesetzliche Erbrecht von Ehepartnern eine Rolle. Welche Reihenfolge und Erbquoten gelten, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur gesetzlichen Erbfolge.
Welche Rechte hat der Erblasser?
Der Erblasser kann grundsätzlich selbst bestimmen, wer nach seinem Tod sein Vermögen erhalten soll. Dieses Recht wird als Testierfreiheit bezeichnet.
Wie kann der Erblasser sein Vermögen verteilen?
Der Erblasser kann durch ein Testament oder einen Erbvertrag festlegen, wer sein Vermögen erben soll. Dabei können auch Personen berücksichtigt werden, die nicht zur Familie gehören. Ein Testament kann unter Einhaltung der gesetzlichen Formvorschriften eigenhändig oder notariell errichtet werden.
Kann man Angehörige enterben?
Ja. Durch ein Testament kann der Erblasser bestimmte Angehörige von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen. Allerdings können insbesondere Kinder und Ehepartner trotz Enterbung einen Pflichtteilsanspruch haben. Dieser besteht grundsätzlich in einer Geldforderung gegen die Erben und nicht in einem Anspruch auf bestimmte Nachlassgegenstände. Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Pflichtteil.
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Welche Rechte und Pflichten haben Erben?
Erben übernehmen grundsätzlich die vererblichen Rechte und Pflichten des Verstorbenen. Dazu können Vermögenswerte, offene Forderungen und Nachlassverbindlichkeiten gehören.
Können Erben eine Erbschaft ausschlagen?
Ja. Wer eine Erbschaft nicht behalten möchte, kann sie innerhalb der gesetzlichen Frist ausschlagen. Die Ausschlagungsfrist beträgt grundsätzlich sechs Wochen ab Kenntnis des Erbfalls. In bestimmten Auslandsfällen beträgt sie sechs Monate (§ 1944 BGB). Die Ausschlagung muss gegenüber dem Nachlassgericht in der gesetzlich vorgeschriebenen Form erfolgen. Eine bereits angenommene Erbschaft kann grundsätzlich nicht mehr ausgeschlagen werden.
Müssen Erben für Schulden haften?
Ja. Erben haften grundsätzlich für die Nachlassverbindlichkeiten (§ 1967 BGB). Dazu können beispielsweise offene Kredite und andere Schulden des Verstorbenen gehören. Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen lässt sich die Haftung auf den Nachlass beschränken. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig über mögliche Verbindlichkeiten zu informieren.
Müssen Erben Erbschaftsteuer zahlen?
Nicht jede Erbschaft führt zu einer Steuerzahlung. Ob Erbschaftsteuer anfällt, hängt insbesondere vom Wert des steuerpflichtigen Erwerbs, möglichen Steuerbefreiungen und den persönlichen Freibeträgen ab. Wie hoch ein Freibetrag ausfällt, richtet sich unter anderem nach dem Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen. Die Einzelheiten regelt das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG).
Häufig gestellte Fragen
Ja. Liegt keine wirksame abweichende Verfügung von Todes wegen vor, gilt grundsätzlich die gesetzliche Erbfolge. Welche Angehörigen in diesem Fall erben können, erfahren Sie in unserem Ratgeber Erben ohne Testament.
Nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen. Die Entziehung des Pflichtteils ist beispielsweise bei besonders schwerwiegendem Fehlverhalten möglich (§ 2333 BGB). Auch ein wirksamer Pflichtteilsverzicht kann zum Wegfall des Anspruchs führen.
Grundsätzlich sind die Erben für die Verwaltung und Abwicklung des Nachlasses verantwortlich. Erben mehrere Personen gemeinsam, entsteht eine Erbengemeinschaft. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch ein Testamentsvollstrecker oder ein Nachlassverwalter Aufgaben übernehmen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zur Erbengemeinschaft.
Vermerk
Die Informationen auf dieser Seite dienen dazu, Ihnen einen Überblick zum Thema zu verschaffen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Inhalte weder eine ausführliche Rechtsberatung darstellen noch eine solche durch einen Anwalt ersetzen können.