Erfolge: Regelungen zur gesetzlichen Erbfolge

Was ist mit der Bezeichnung Erbfolge gemeint?

Die Erfolge regelt, wer nach dem Tod eines Erblassers Erbberechtigter ist und in welcher Reihenfolge der Nachlass an die Erben übergeht. Die Erbfolge wird von mehreren Faktoren bestimmt. Grundsätzlich gilt in Deutschland die gesetzliche Erbfolge. Wenn der Erblasser allerdings zu Lebzeiten ein Testament aufgesetzt hat, in dem bestimmte Personen als Erben eingesetzt sind, hat dieses Vorrang vor der gesetzlich geregelten Erbfolge. Jedoch haben die engsten Verwandten (Ehepartner und Kinder oder deren Abkömmlinge) des Erblassers aufgrund der geltenden gesetzlichen Bestimmungen immer ein Anrecht auf einen Pflichtteil der Erbschaft, auch wenn es ein Testament gibt, das andere Erben vorsieht.


Sie haben einen akuten Trauerfall?

Ihr Bestatter vor Ort hilft!

Die gesetzliche Erbfolge in Deutschland

In Deutschland regelt das Bürgerliche Gesetzbuch, kurz BGB, die gesetzliche Erbfolge in den Paragraphen 1924 bis 1936. Dort ist die Erbfolge der Verwandten hierarchisch strukturiert und in Erben unterschiedlicher Ordnungen unterteilt. 

Erben 1. Ordnung

Zu den Erben erster Ordnung gehören alle Ehepartner & Kinder oder deren Abkömmlinge (Enkelkinder und Urenkel des Erblassers)

Erben 2. Ordnung

Zu den Erben zweiter Ordnung gehören die Eltern des Erblassers / Verstorbenen sowie dessen Geschwister, Neffen und Nichten.

Erben 3. Ordnung

Zu den Erben dritter Ordnung gehören die Großeltern des Verstorbenen und deren Nachkommen.

Die Erbfolge schematisch dargestellt

Die Erbfolge von Ehepartnern

Der gesetzlichen Erbfolge nach haben auch Ehepartner ein Erbrecht. Welchen Anteil, die sogenannte Erbquote, Ehepartner vom Nachlass erhalten, hängt von zwei Faktoren ab:

  • dem Güter Zustand während der Ehe
  • und der Ordnung der übrigen Erben

So erbt der Ehepartner ein Viertel des Erbes, wenn es ebenfalls noch gesetzliche Erben der ersten Ordnung gibt. Sind Erben der zweiten Ordnung vorhanden, erhält der Ehepartner 50 % des Nachlasses des Erblassers. Unabhängig davon haben Ehepartner in der Regel dann kein Erbrecht, wenn sie sich haben scheiden lassen. 

Das Testament und dessen Einfluss auf die Erbfolge

Wenn die Erfolge durch ein Testament oder einen Erbvertrag beeinflusst wird, handelt es sich um eine gewillkürte Erbfolge. In einem Testament hat der Erblasser im Rahmen der sogenannten Testierfreiheit die Möglichkeit, schriftlich zu fixieren, welche Person in welcher Höhe erbt. Jedoch sind dieser Freiheit durch die gesetzlichen Bestimmungen im Bürgerlichen Gesetzbuch Grenzen gesetzt. In diese ist verankert, dass den engsten Angehörigen ein Pflichtteil des Erbes zusteht, auch wenn diese durch den Erblasser im Testament vom Erbe ausgeschlossen wurden. Der Ausschluss erbberechtigter Verwandter ist beispielweise unter folgenden Umständen möglich:

  • wenn erbberechtigte Verwandte dem Erblasser zu Lebzeiten Gewalt angetan haben
  • wenn erbberechtigte Verwandte den Erblasser dazu genötigt und psychisch unter Druck gesetzt haben, erbrechtlich in ihrem Sinne zu handeln

Schenkung und Nießbrauch im Zusammenhang des Erbes

Zukünftige Erblasser versuchen manchmal die gesetzliche Erbfolge zu umgehen, in dem sie einen Schenkungsvertrag auflegen lassen. Im Rahmen des Vertrages wird festgehalten, dass der Erblasser nach seinem Tod Vermögenswerte an eine bestimmte Person verschenkt. Nicht selten sind Immobilien Gegenstand des Schenkungsvertrages bzw. der Schenkung, die dann oft an den sogenannten Nießbrauch des Erblassers gekoppelt werden. Das bedeutet, dass der Erblasser die Immobilie nach seinem Tod verschenkt, sich jedoch zu Lebzeiten das Recht an der Nutzung dieser vorbehält.

Vermerk

Die Informationen auf dieser Seite dienen dazu, Ihnen einen Überblick zum Thema zu verschaffen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Inhalte weder eine ausführliche Rechtsberatung darstellen noch eine solche ersetzen können.