Definition zur Bestattungspflicht
Wenn ein Mensch verstirbt, dann muss dieser ordnungsgemäß bestattet werden. Doch wer ist dafür verantwortlich, sich um die Bestattung zu kümmern? Wer muss diese veranlassen? Genau das wird im Rahmen der sogenannten Bestattungspflicht geregelt. In der gesetzlichen Regelung wird der Kreis der Personen genannt, die bei einem Todesfall zur Bestattung verpflichtet sind.
Gilt die Bestattungspflicht bundesweit?
Die Bestattungspflicht gilt bundesweit. Auch wenn das der Fall ist und sich die Regelungen weitestgehend ähneln, fällt die Reihenfolge der bestattungspflichtigen Personen je nach Bestimmungen der einzelnen Bundesländer etwas unterschiedlich aus.
Reihenfolge der bestattungspflichtigen Angehörigen:
Auch wenn die Bestimmungen der einzelnen Bundesländer leicht variieren, sind die Angehörigen meist in folgender Reihenfolge zur Bestattung verpflichtet:
| 1. Ehepartner/Lebenspartner |
| 2. Kinder |
| 3. Eltern |
| 4. Geschwister |
| 5. Nicht eingetragene Lebenspartner |
| 6. Sonstige Sorgeberechtigte |
| 7. Großeltern |
| 8. Enkelkinder |
| 9. Erben |
| 10. Sonstige Verwandte |
Ist Bestattungspflicht gleich Kostentragungspflicht?
Nein. Die Bestattungspflicht und die Kostentragungspflicht sind rechtlich voneinander zu unterscheiden. Die Bestattungspflicht regelt, wer dafür verantwortlich ist, die Bestattung eines verstorbenen Menschen zu veranlassen. Welche Angehörigen dazu verpflichtet sind und in welcher Reihenfolge sie herangezogen werden können, bestimmen die Bestattungsgesetze der Bundesländer. Die Kostentragungspflicht regelt dagegen, wer die Bestattungskosten letztlich übernehmen muss. Nach § 1968 BGB trägt grundsätzlich der Erbe die Beerdigungskosten des Erblassers. Daneben können insbesondere unterhaltsrechtliche oder öffentlich-rechtliche Verpflichtungen bestehen. Deshalb kann eine Person bestattungspflichtig sein, ohne Erbe zu sein. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie dennoch für Kosten in Anspruch genommen werden. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Kostentragungspflicht bei Bestattungen.
Was gilt, wenn man kein Erbe ist?
Veranlasst man als bestattungspflichtige Person die Beerdigung und übernimmt zunächst die Kosten, kann man diese im Nachhinein von den Erben einfordern.
Was gilt bei einer Erbausschlagung gibt?
Wer eine Erbschaft ausschlägt, ist dadurch nicht automatisch von der gesetzlichen Bestattungspflicht befreit. Die Bestattungspflicht ergibt sich aus dem jeweiligen Landesrecht und besteht unabhängig von der Erbenstellung. Deshalb können Angehörige auch nach einer Erbausschlagung verpflichtet sein, die Bestattung zu organisieren. Wer die Kosten letztlich tragen muss, ist eine gesonderte Frage. Unter bestimmten Voraussetzungen können beispielsweise öffentlich-rechtliche Kostenersatzpflichten bestehen. Können verpflichtete Angehörige die erforderlichen Bestattungskosten nicht tragen und ist ihnen dies nicht zuzumuten, kommt eine Kostenübernahme nach § 74 SGB XII in Betracht. Zuständig ist der Sozialhilfeträger, der die Voraussetzungen im Einzelfall prüft.
Häufig gestellte Fragen
Wer zum Kreis der bestattungspflichtigen Personen gehört und eine Beerdigung veranlassen muss, ist nicht zwangsläufig dazu verpflichtet, auch die Bestattungskosten zu tragen. Denn per Gesetz ist geregelt, dass die Erben eines Verstorbenen für die Kosten der Beerdigung aufkommen müssen.
Geschwister müssen Beerdigungskosten übernehmen, wenn sie Erben sind oder nach dem Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes als bestattungspflichtige Angehörige herangezogen werden. In der Rangfolge stehen Geschwister nach Ehepartnern, Kindern und Eltern.
Elke Herrnberger ist als Pressesprecherin für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes Deutscher Bestatter und seiner angeschlossenen Gesellschaften zuständig.
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