Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer Aufbahrung handelt es sich um die "Ausstellung" des Leichnams in einem Sarg.
  • Die Aufbahrung dient der persönlichen Abschiednahme, bevor die Verstorbene Person beigesetzt wird.
  • Es gibt zwei Formen der Aufbahrung: die offene Aufbahrung und die geschlossene Aufbahrung.
  • Eine offene oder geschlossene Aufbahrung wird von einem Bestatter organisiert.

Was bedeutet Aufbahrung?

Unter einer Aufbahrung versteht man das offene oder geschlossene Ausstellen eines Verstorbenen in einem Sarg. Eine Aufbahrung soll Angehörigen ermöglichen, sich ein letztes Mal vom geliebten Menschen zu verabschieden, bevor dieser beigesetzt wird.

Welche Arten der Aufbahrung gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten der Aufbahrung: die offene Aufbahrung im Sarg und die geschlossene Aufbahrung im Sarg.

Offene Aufbahrung im offenen Sarg

Bei einer offenen Aufbahrung liegt die verstorbene Person in einem geöffneten Sarg und kann von Angehörigen und Freunden noch einmal gesehen werden, bevor die Beisetzung erfolgt. Diese Form der Abschiednahme kann dabei helfen, den Tod bewusst wahrzunehmen und persönlich Abschied zu nehmen.

Vor der offenen Aufbahrung wird die verstorbene Person hygienisch versorgt und für die Abschiednahme vorbereitet. Dazu können das Waschen, Einkleiden und bei Bedarf eine kosmetische oder thanatopraktische Versorgung gehören. Welche Maßnahmen sinnvoll und möglich sind, hängt vom Zustand der verstorbenen Person und den jeweiligen Umständen ab.

Wie läuft die Abschiednahme am offenen Sarg ab?

Die Abschiednahme am offenen Sarg kann im engen Familienkreis oder gemeinsam mit weiteren Angehörigen und Freunden stattfinden. Der konkrete Ablauf richtet sich nach den persönlichen Wünschen und den Möglichkeiten am Aufbahrungsort.

Trauernde können beispielsweise still am Sarg verweilen, persönliche Worte sprechen oder gemeinsam beten. Auch Blumen, Fotos, Briefe oder andere Erinnerungsstücke können Teil der Abschiednahme sein.

Sollen Gegenstände anschließend mit in den Sarg gelegt werden, sollte dies vorher mit dem Bestatter abgestimmt werden. Nach der Abschiednahme wird der Sarg in der Regel geschlossen. Die Trauerfeier und die Beisetzung folgen meist zu einem späteren Zeitpunkt. 

Geschlossene Aufbahrung

Eine andere Variante ist die geschlossene Aufbahrung. Der Sarg bleibt geschlossen und wird meist mit Blumenschmuck und Kerzen geschmückt. Auch diese Form der Aufbahrung ermöglicht es Angehörigen, in würdevoller Atmosphäre von der verstorbenen Person Abschied zu nehmen, ohne diese ein letztes Mal zu sehen. 

Was sind die Voraussetzungen für eine Aufbahrung?

Bevor eine verstorbene Person aufgebahrt werden kann, sind einige Maßnahmen notwendig. Diese gewährleisten nicht nur Hygiene und Pietät, sondern auch ein friedvolles äußeres Erscheinungsbild des Verstorbenen.

  1. Ärztliche Leichenschau
    Zunächst muss ein Arzt den Tod offiziell feststellen und die Todesbescheinigung ausstellen. Erst danach darf die Aufbahrung vorbereitet werden.
  2. Hygienische Versorgung
    Der Verstorbene wird vom Bestatter sorgfältig gewaschen, eingekleidet und gegebenenfalls kosmetisch hergerichtet. Angehörige können auf Wunsch Kleidung oder persönliche Gegenstände bereitstellen.
  3. Thanatopraxie (bei Bedarf)
    Wenn die Aufbahrung offen erfolgen soll oder der Todesfall mit sichtbaren Verletzungen verbunden war, kann eine thanatopraktische Behandlung erforderlich sein.
  4. Kühlung und Vorbereitung des Sarges:
    Nach der Versorgung wird der Körper bis zur Aufbahrung kühl verwahrt. Anschließend erfolgt die Platzierung im ausgewählten Sarg mit passender Innenausstattung, Decke und Kissen.

Wo können Aufbahrungen stattfinden?

Je nach Wunsch gibt es verschiedene Orte, an denen eine Aufbahrung durchgeführt werden kann. 

Aufbahrung beim Bestatter

Eine Aufbahrung beim Bestatter findet in eigens dafür eingerichteten Abschiedsräumen oder Trauerhallen statt. Diese Räume sind meist dezent beleuchtet, liebevoll dekoriert und ermöglichen Angehörigen eine ruhige Atmosphäre für den letzten Abschied. Der Bestatter kümmert sich um alle Details – von der Vorbereitung des Sarges über die Dekoration mit Blumenschmuck bis hin zu passender Musik, sofern dies gewünscht ist.

Aufbahrung zu Hause: Was ist eine Hausaufbahrung?

Bei einer Hausaufbahrung wird eine verstorbene Person zu Hause aufgebahrt oder verbleibt nach dem Tod zunächst in der vertrauten häuslichen Umgebung. Angehörige können dadurch in einem persönlichen Rahmen Abschied nehmen. Der Bestatter kann die Hausaufbahrung organisieren und kümmert sich unter anderem um die hygienische Versorgung des Leichnams, die notwendige Kühlung und auf Wunsch um die Gestaltung des Abschiedsortes.

Wie lange eine verstorbene Person zu Hause bleiben oder dort aufgebahrt werden darf, richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes. Bestattungsfristen und Voraussetzungen können regional unterschiedlich sein. Welche Regelungen im konkreten Fall gelten, sollte daher mit dem Bestatter beziehungsweise der zuständigen Stelle geklärt werden.

Eine Hausaufbahrung kann unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich sein, wenn die verstorbene Person im Krankenhaus, Pflegeheim oder Hospiz gestorben ist. Ob eine Überführung nach Hause möglich ist, muss im Einzelfall geprüft und mit dem Bestatter abgestimmt werden.

Aufbahrung in der Friedhofskapelle

Eine Aufbahrung in der Friedhofskapelle oder Trauerhalle ist die klassische Variante, wenn diese mit der Trauerfeier kombiniert wird. Hier steht der Sarg – offen oder geschlossen – meist aufgebahrt in der Mitte des Raumes, umgeben von Blumen und Kerzen. Diese Form der Aufbahrung verbindet den Moment des Abschieds mit dem feierlichen Rahmen der Beisetzung. Auch größere Trauergemeinschaften finden hier Raum für stille Andacht und Abschiednahme.

Wie läuft eine Aufbahrung ab?

  1. Freigabe und Überführung: Nach der Leichenschau wird der Verstorbene in das Bestattungsinstitut oder den gewünschten Aufbahrungsort überführt.
  2. Gestaltung des Abschiedsraumes: Blumen, Kerzen, Musik oder Erinnerungsstücke schaffen eine persönliche Atmosphäre.
  3. Aufbahren: Der Verstorbene wird im Sarg hergerichtet und für den Abschied vorbereitet.
  4. Abschied: Angehörige und Freunde können würdevoll Abschied nehmen. 

Wie lange dauert eine Aufbahrung?

Die Dauer der persönlichen Abschiednahme kann häufig individuell vereinbart werden. Wie lange Angehörige bei der verstorbenen Person bleiben möchten, hängt von den persönlichen Wünschen und den organisatorischen Möglichkeiten am jeweiligen Aufbahrungsort ab.

Davon zu unterscheiden ist die Frage, wie lange eine verstorbene Person insgesamt aufgebahrt werden darf. Hier spielen unter anderem der Aufbahrungsort, die erforderliche Kühlung sowie die gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes eine Rolle.

Bei einer Aufbahrung beim Bestatter oder in einer Trauerhalle wird der zeitliche Rahmen in der Regel vorab abgestimmt. Für eine Hausaufbahrung sind zusätzlich die jeweils geltenden rechtlichen Voraussetzungen zu beachten.

Was kostet eine Aufbahrung?

Die Kosten einer Aufbahrung hängen von den individuellen Wünschen und dem jeweiligen Aufwand ab. Eine geschlossene Aufbahrung ist meist günstiger als eine offene, da weniger hygienische Maßnahmen notwendig sind.

Eine Aufbahrung gehört zu den Dienstleistungen, die von den teilnehmenden Bestattungsunternehmen auf bestatter.de angeboten werden. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Auflistung der durchschnittlichen Kosten für eine Aufbahrung je nach Bestattungsart und Bestattungspaket. So können Sie sich einen ersten Überblick über mögliche Kosten verschaffen.

BestattungsartBestattungspaket
StandardKlassikTraditionExklusiv
Erdbestattungkeine Aufbahrung⌀ ca. 150 €⌀ ca. 200 €⌀ ca. 250 €
Urnenbestattungkeine Aufbahrung⌀ ca. 150 €⌀ ca. 200 €⌀ ca. 250 €
Baumbestattungkeine Aufbahrung⌀ ca. 150 €⌀ ca. 200 €⌀ ca. 250 €
Seebestattungkeine Aufbahrung⌀ ca. 150 €⌀ ca. 200 €⌀ ca. 250 €

Alle Fragen zur Aufbahrung beantwortet Ihr Bestatter vor Ort.

Bestatter finden

Häufig gestellte Fragen

Zunächst findet eine ärztliche Leichenschau statt, danach die hygienische Versorgung und – falls nötig – eine thanatopraktische Behandlung.

Mehr erfahren

Je nach Wunsch beim Bestatter, zu Hause oder in einer Friedhofskapelle.

Mehr erfahren

Zu einer Aufbahrung muss grundsätzlich nichts mitgebracht werden. Wer möchte, kann beispielsweise Blumen, einen persönlichen Brief, ein Foto oder einen Erinnerungsgegenstand mitbringen. Soll ein Gegenstand mit in den Sarg gelegt werden, sollte vorher geklärt werden, ob die Beigabe dafür geeignet und zulässig ist.

Mehr erfahren

Ja. Auch vor einer Feuerbestattung kann eine persönliche Abschiednahme mit offener oder geschlossener Aufbahrung stattfinden. Nach der Abschiednahme wird der Sarg geschlossen und anschließend zur Einäscherung in das Krematorium überführt. Der genaue Ablauf richtet sich nach den organisatorischen und örtlichen Gegebenheiten.

Mehr erfahren

Ja, in vielen Fällen ist es möglich, eine verstorbene Person vor der Bestattung noch einmal zu sehen. Dafür kann eine offene Aufbahrung beziehungsweise eine persönliche Abschiednahme organisiert werden. Auch nach einem Todesfall im Krankenhaus, Pflegeheim oder Hospiz kann eine spätere Abschiednahme möglich sein. Welche Form im konkreten Fall infrage kommt, hängt von den jeweiligen Umständen ab.

Mehr erfahren

Die Dauer der persönlichen Abschiednahme kann häufig individuell abgestimmt werden. Eine allgemeingültige Vorgabe für den zeitlichen Aufenthalt am offenen oder geschlossenen Sarg gibt es nicht. Bei einer Aufbahrung beim Bestatter oder in einer Trauerhalle wird der zeitliche Rahmen vorher vereinbart. 

Wie lange eine Aufbahrung grundsätzlich möglich ist, hängt dagegen von den gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes ab.

Mehr erfahren

Vermerk zu den angegebenen Kosten

Die hier angegebenen Durchschnittspreise (Ø) errechnen sich aus allen abgegebenen Preisangaben zu Direkt-Angeboten auf www.bestatter.de der teilnehmenden Bestattungsunternehmen – eingeteilt in vier Preiskategorien, den sogenannten Paketen.

Die Kosten für Leistungen, die nicht vom Bestattungsunternehmen erbracht werden, beruhen auf Online-Marktrecherchen.

Die Friedhofsgebühren und Kosten für das Grabmal sowie die Grabpflege unterscheiden sich regional sehr stark. Für konkrete Kosten informieren Sie sich bitte bei einem Bestatter vor Ort.

Elke Herrnberger
Artikel geschrieben von: Elke Herrnberger

Elke Herrnberger ist als Pressesprecherin für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes Deutscher Bestatter und seiner angeschlossenen Gesellschaften zuständig.

Weitere Artikel lesen