Haushaltsauflösung im Todesfall: Worauf bei der Wohnungsauflösung zu achten ist

Kommt es zu einem Todesfall in der Familie, müssen sich Angehörige oft darum kümmern, die Wohnung des Verstorbenen aufzulösen. Was bei einer Haushaltsauflösung zu beachten ist, erfahren Sie auf unserer Seite.


Wie geht eine Haushaltsauflösung vonstatten?

Verstirbt ein erwachsener Mensch, hinterlässt dieser in der Regel einen gesamten Haushalt. Für Angehörige stellt sich daher bei einem Todesfall in der Familie oft die Frage, was mit den Möbeln und persönlichen Gegenständen des Verstorbenen passieren soll. Im Rahmen einer Wohnungsauflösung kann der gesamte Hausrat verkauft, verschenkt oder entsorgt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Einrichtungsgegenstände für einen anderen Haushalt in der Familie zu übernehmen, sodass nach der Auflösung die leere Wohnung des Verstorbenen neu bezogen werden kann.

Der Begriff Entrümpelung

Haushaltsauflösungen werden umgangssprachlich oft als Entrümpelungen bezeichnet. Bedenkt man jedoch, dass bei einer Wohnungsauflösung im Todesfall unter anderem persönliche Gegenstände eines Verstorbenen entsorgt werden, die für Angehörige mit Erinnerungen an dessen Leben verknüpft sind, erscheint der Begriff Entrümpelung unpassend. Aus Gründen der Pietät ist daher die Bezeichnung Haushaltsauflösung angemessener.

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Wer darf eine Haushaltsauflösung vornehmen?

Verstirbt ein Mensch, geht dessen Nachlass in den Besitz der Erben über. Zum Erbe gehört auch der Haushalt des Verstorbenen. Da die Erben über den Nachlass verfügen können, obliegt ihnen ebenfalls die Entscheidung der Wohnungsauflösung.

Bei Todesfall in der Familie die Wohnung des Verstorbenen übernehmen

Für Angehörige besteht grundsätzlich die Möglichkeit, ins Mietverhältnis des Verstorbenen einzutreten und dessen Wohnung zu übernehmen. Dazu muss man lediglich als Hauptmieter im Mietvertrag eingetragen werden. Die Auflösung des Haushalts kann natürlich auch dann vorgenommen werden, wenn Angehörige selbst die Wohnung beziehen und sich neu einrichten möchten.

Bei Todesfall in der Familie Sonderkündigungsrecht wahrnehmen

Nach § 580 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) haben Angehörige ein Sonderkündigungsrecht bei einem Todesfall in der Familie. Das bedeutet, dass der Mietvertrag des Verstorbenen innerhalb eines Monats nach dessen Tod außerordentlich gekündigt werden kann. Nach der Wohnungskündigung bleiben Angehörigen drei Monate Zeit für eine fristgerechte Haushaltsauflösung.

Zwei Alternativen für eine Wohnungsauflösung

Wer aufgrund eines Todesfalls in der Familie den Haushalt eines verstorbenen Familienmitgliedes auflösen muss, für den gibt es zwei Alternativen. Die Auflösung kann selbst vorgenommen werden, oder es besteht die Möglichkeit, einen professionellen Haushaltsauflöser zu beauftragen.

Haushaltsauflösung selbst vornehmen

Oft ist die zur Verfügung stehende Zeit für eine Haushaltsauflösung der entscheidende Faktor dafür, ob man diese selbst vornimmt. Besteht eine Kündigungsfrist von drei Monaten, bleibt Angehörigen genügend Zeit, um die Wohnung eines verstorbenen Familienmitgliedes selbst aufzulösen. Die Wohnungseinrichtung kann verkauft oder verschenkt werden. Gebrauchtwarenhäuser nehmen gerne altes Mobiliar entgegen, sofern sich dieses in einem guten Zustand befindet.

Wohnungsauflöser beauftragen

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, ein professionelles Unternehmen mit der Wohnungsauflösung zu beauftragen. Haushaltsauflöser benötigen für die Auflösung einer Wohnung oft nur einen Bruchteil der Zeit, die man selbst dafür brauchen würde. Die Beauftragung eines Wohnungsauflösers empfiehlt sich besonders dann, wenn der Haushalt möglichst schnell aufgelöst werden soll, sodass die Wohnung zeitnah weitervermietet werden kann und Mieteinnahmen nicht verloren gehen. Anbieter lassen sich im Internet finden. Bei der Auswahl eines seriösen Unternehmens sollte darauf geachtet werden, dass die Dienstleistungen und das Angebot transparent sind. Ebenfalls wichtig ist, dass der Anbieter eine Betriebshaftpflichtversicherung hat, die für Beschädigungen aufkommt, die im Rahmen der Wohnungsauflösung entstanden sind. Daher gilt: Anbieter vergleichen.

Wie lange dauert eine Haushaltsauflösung?

Ein entscheidender Faktor für die Dauer einer Wohnungsauflösung ist die Größe der Wohnung. In der Regel gilt: Je größer die Wohnung, desto mehr Zeit nimmt die Auflösung der Wohnung in Anspruch.

Haushaltsauflösung: Kosten

Wie hoch die Kosten für eine Haushaltsauflösung sind, lässt sich pauschal nur schwer sagen. Denn verschiedene Faktoren beeinflussen die Höhe der Kosten, unter anderem folgende:

  • Etage
  • Entsorgungskosten
  • Parkmöglichkeiten vor Ort
  • Größe der Wohnung

Tipps für eine Wohnungsauflösung

  • Möbel sollten nach Wertgegenständen durchsucht werden
  • Wertvolle Gegenstände wie Kunst, Schmuck und Porzellan sowie Gegenstände von emotionalem Wert sollten aufbewahrt werden
  • Gut erhaltenes Mobiliar kann an Gebrauchtwarenhäuser gegeben werden
  • Gebrauchte Kleidung kann entweder in die Altkleidersammlung oder an Sozialkaufhäuser gegeben werden