Mietrecht im Todesfall: Mietvertrag im Todesfall kündigen oder Wohnung des Verstorbenen übernehmen

Das Mietrecht im Todesfall sieht für Erben des verstorbenen Mieters zwei Optionen vor: der Mietvertrag kann außerordentlich gekündigt oder übernommen werden. Erfahren Sie alles zum Thema auf unserer Seite.


Mietvertrag im Todesfall kündigen: Sonderkündigungsrecht im Todesfall

Verstirbt ein Angehöriger, können die Erben vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, wenn die Wohnung des Verstorbenen gekündigt werden soll und eine Haushaltsauflösung geplant ist. Im besten Fall sollte stets ein Kündigungsschreiben verfasst, unterschrieben und zur Sicherheit per Einschreiben an den Vermieter verschickt werden.

Kündigungsfrist bei Todesfall für Angehörige

Das Sonderkündigungsrecht räumt Angehörigen verstorbener Mieter eine Kündigungsfrist von einem Monat ein, nachdem es zum Todesfall kam. Ist die Kündigung der Wohnung vorgesehen, sollte die Frist unbedingt eingehalten werden. Im anderen Fall können für Angehörige finanzielle Belastungen in Form zusätzlicher Mieten entstehen, die bei Fristeinhaltung nicht hätten gezahlt werden müssen.

Rechte für Angehörige

Grundsätzlich besteht für Angehörige verstorbener Mieter die Möglichkeit, in den Mietvertrag einzutreten.

Mit dem Eintritt ins Mietverhältnis werden alle Pflichten übernommen, dazu gehört natürlich auch die Zahlung der Miete. Auch ausstehende Verbindlichkeiten gegenüber dem Vermieter gehen zu Lasten des neuen Mieters – etwa Mietrückstände, wenn solche bestehen.

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    Kündigungsfrist bei Todesfall für Vermieter

    Vermieter können ebenso wie Erben vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Auch für Vermieter beträgt die außerordentliche Kündigungsfrist im Todesfall des Mieters einen Monat.

    Rechte für Vermieter

    Wenn Erben die Wohnung des Verstorbenen übernehmen, besteht für Vermieter grundsätzlich die Möglichkeit, das Sonderkündigungsrecht in Anspruch. Allerdings müssen dafür schwerwiegende Gründe vorliegen, die das Zusammenleben unzumutbar machen, beispielsweise starke Lärmbelästigung. Ebenso haben Vermieter das Recht, eine Kaution für die Wohnung zu verlangen, wenn diese nicht schon zuvor vom Verstorbenen geleistet wurde.

    Im Todesfall Wohnung und Mietvertrag übernehmen

    Kommt es zum Todesfall eines Mieters, haben die sogenannten Eintrittsberechtigten grundsätzlich das Recht, die Wohnung und den Mietvertrag des Verstorbenen zu übernehmen.

    Zu den Eintrittsberechtigen gehören in absteigender Reihenfolge:

    • Ehepartner
    • Lebenspartner und/oder Kinder
    • andere Verwandte oder verschwägerte Angehörige
    • Erben

    Ist die Übernahme der Wohnung gewünscht, wird der Mietvertrag umgeschrieben und der Eintrittsberechtigte dort aufgenommen. Angenommen, es handelt sich bei dem Eintrittsberechtigten um den Ehepartner des Verstorbenen: lehnt dieser die Wohnungsübernahme ab, können die nächsten Eintrittsberechtigten – beispielsweise die Kinder – ihre Nutzungsansprüche geltend machen, sofern sie dauerhaft einen Haushalt mit dem Verstorbenen geführt haben.

    Vermerk

    Die Informationen auf dieser Seite dienen dazu, Ihnen einen Überblick zum Thema zu verschaffen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Inhalte weder eine ausführliche Rechtsberatung darstellen noch eine solche ersetzen können.