Die Leichenschau

Es ist gesetzlich geregelt, dass jeder Todesfall einer Leichenschau bedarf. Unter bestimmten Umständen kann neben der sogenannten ersten Leichenschau eine zweite nötig sein: Beispielsweise dann, wenn der Leichnam des Verstorbenen eingeäschert werden soll.


Was ist eine Leichenschau?

Verstirbt ein Mensch, dann muss die sogenannte erste Leichenschau durchgeführt werden. Die Untersuchung dient dazu, den Todeszeitpunkt und die Todesursache zu bestimmten und den Tod des Verstorbenen offiziell zu dokumentieren. Die durch die Untersuchung festgestellten Todeszeichen werden im sogeannten Totenschein festgehalten, der später zur Beantragung der Sterbeurkunde des Verstorbenen beim zuständigen Standesamt eingereicht werden muss.

Neben der ersten Leichenschau kann eine zweite Untersuchung des Verstorbenen notwendig sein, um eine natürliche Todesursache zu bestätigen. Dass ist dann der Fall und gesetzlich vorgeschrieben, wenn der Verstorbenen im Rahmen einer Feuerbestattung eingeäschert werden soll. Denn nach der Kremierung des Verstorbenen können sichere Anzeichen für eine unnatürliche Todesursache nicht mehr festgestellt werden. 

Wer führt die Leichenschau durch?

Die Leichenschau wird von einem Arzt durchgeführt. Dieser muss den Tod des Verstorbenen feststellen und alle wichtigen Informationen wie beispielsweise die Todesursache und den Todeszeitpunkt im Totenschein – auch Todesbescheinigung oder Leichenschauschein genannt – dokumentieren.

Was wird bei einer Leichenschau gemacht?

Die erste Leichenschau wird von einem Arzt am Auffindeort des Verstorbenen durchgeführt. Dabei untersucht der Leichenschauer den gesamten Körper des entkleideten Leichnam mit größter Sorgfalt.

Todesfeststellung

Der Arzt untersucht den Verstorbenen zunächst auf sichere Todeszeichen wie beispielsweise die Totenstarre (Rigor mortis), Totenflecken, Fäulnis oder tödliche Verletzungen am Körper. Totenflecke können bereits zwanzig Minuten nach dem Tod auftreten und sind ein verlässliches Todeszeichen.

Todesursache und Todesart

Die Feststellung des Todes an sich reicht für die erste Leichschau nicht aus. Der Leichenschauer muss ebenfalls die Todesursache und die Todesart bestimmen. Die Ergebnisse seiner Untersuchen trägt der Arzt sorgfälltig im Totenschein ein.

Todeszeitpunkt

Im Rahmen der ersten Leichenschau muss auch der Todeszeitpunkt vom Arzt bestimmt werden. Auskunft darüber gibt die Körpertemperatur des Leichnams, wobei die Umgebungstemperatur vom Leichenschauer bei der Bestimmung des Todeszeitpunktes berücksichtigt werden muss. Ausser der Körpertemperatur des Verstorbenen liefern die Ausprägung der Totenstarre und Totenflecke weitere Hinweise auf den Zeitpunkt des Todes.