Sternenkind: Wenn verwaiste Eltern um ihre "Schmetterlingskinder" trauern

Tot geborenen oder kurz nach der Geburt verstorbenen Kinder werden als Sternenkind, Engelskind oder auch Schmetterlingskind bezeichnet. In den Begriffen sind die "himmlischen" Motive des Sterns und der Flügel aufgehoben. Diese deuten auf den religiösen Glauben hin, dass Kinder "in den Himmel kommen".


Was ist ein Sternenkind?

Heute werden verstorbene Kinder als Sternenkinder bezeichnet, insbesondere dann, wenn diese vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Synonyme für die Bezeichnung eines verstorbenen Kindes als Sternenkind sind "Engelskind" und "Schmetterlingskind". Die in den einzelnen Bezeichnungen aufgehobenen Wörter "Stern", "Engel" und "Schmetterling" deuten darauf hin, dass diese Bezeichnungen für verstorbene Kinder ihren Ursprung in einer religiösen Vorstellung finden. Nämlich der, dass verstorbene Kinder "in den Himmel kommen".

Der Ursprung des Begriffes "Sternenkinder"

Der Begriff "Sternenkind" ist eine emotionale Abgrenzung zu den Bezeichnungen verstorbener Kinder als Totgeburt oder Fehlgeburt.

Die ursprüngliche Bezeichnung verstorbener Kinder als Sternenkinder findet ihre Wurzeln in den deutschen Personenstandsgesetzen. Denn in diesen hieß es, dass ein Neugeborenes nur dann als Person im Geburtsregister bzw. Sterberegister verzeichnet werden konnte, wenn es die Anforderungen an eine bestimmte Dauer der Schwangerschaft, eine bestimmte Körpergröße und ein Mindestgewicht erfüllte. Verstorbene Babys, die bei ihrer Geburt weniger als 500 Gramm wogen und damit das in den Personenstandsgesetzen geforderte Mindestgewicht nicht erreichten, erhielten somit keinen Eintrag als Person im Geburtsregister bzw. Sterberegister.

Durch eine Totgeburt oder Fehlgeburt verstorbene Kinder, die die gesetzlichen Mindestanforderungen zur Eintragung im Geburt- und/oder Sterberegister als Person nicht erreichten, wurden daher ebenfalls nicht statistisch erfasst. So, als hätte es diese nie gegeben. Die Bezeichnung verstorbener Babys als Totgeburten und Fehlgeburten legt den Fokus auf den Prozess des Todes bzw. des Absterbens. Doch für viele verwaiste Eltern und auch eine breite Öffentlichkeit werden diese Begrifflichkeiten für verstorbene Babys dem Kind als menschliches Lebewesen nicht gerecht. Es handelt sich um kleine Lebewesen, um Kinder, zu denen Mütter so wie Väter eine intensive, starke emotionale Bindung haben und von denen sie als Eltern Abschied nehmen wollen.. Zudem versetzt der Schmerz über den Verlust eines kleinen Kindes verwaiste Eltern oft in tiefe Trauer. Deswegen ist als Abgrenzung zu den Begriffen "Totgeburt" und "Fehlgeburt", die lediglich den Tod als Prozess beschreiben, die Bezeichnung "Sternenkind" entstanden. Denn das Wort beschreibt weit mehr als lediglich das Absterben. Der Begriff stellt das Kind selbst in den Vordergrund.    


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Deutsche Rechtsprechung bezüglich Sternenkinder

Die Bezeichnung "Sternekind" zog durch die Verbreitung auf Internetseiten- und Foren weite Kreise und erreicht viele Selbsthilfegruppen sowie verwaiste, trauernde Eltern. Das Thema bekam immer mehr öffentliche Relevanz. 2009 richtete das hessische Ehepaar Martin eine von 40.000 Bürgern unterzeichnete Petition zur Änderung der Personenstandsgesetze an den Bundestag. Die Forderung: Künftig sollten alle geborenen Kinder als Person anerkannt und im Personenstandregister eingetragen werden. Die Petition führte zu einer umfangreichen Berichterstattung. Nachdem der Petitionsausschuss das Anliegen befürwortend der Bundesregierung vorlegte, leitete diese 2012 des Gesetzgebungsprozess ein. Der Gesetzesentwurf hinsichtlich der Änderung der Personenstandgesetze sah vor, dass jedes tote Kind vom Standesamt beurkundet werden kann. Die Änderung des Personenstandsrechtes wurde im Jahr 2013 einstimmig vom Deutschen Bundestag beschlossen. Auch der Bundesrat stimmte zu. Seither können verwaiste Eltern tot geborener Sternenkinder ihre Babys standesamtlich eintragen lassen. 

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Sternenkind?

Kinder, die vor oder kurz nach der Geburt versterben, werden als Sternenkinder bezeichnet. Manchmal werden verstorbene Kinder auch Engelskinder oder Schmetterlingskinder genannt.

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Ist eine Fehlgeburt ein Sternenkind?

Bei Tot- und Fehlgeburten handelt es sich um Sternenkinder. Jedoch werden die Begriffe Totgeburt und Fehlgeburt verstorbenen Kindern als kleinen Lebewesen nicht gerecht, weil die Bezeichnungen den Tod als Prozess in den Fokus rücken. Aus diesem Grund ist die Bezeichnung "Sternenkind" entstanden. Diese ist wesentlich emotionaler und stellt das Kind selbst in den Vordergrund.