Das Wichtigste in Kürze
- Sargträger werden vor allem bei Erdbestattungen benötigt.
- Üblicherweise sind bei einer klassischen Beerdigung vier bis sechs Sargträger erforderlich.
- Die Kosten für Sargträger sind vergleichsweise gering und in den Beisetzungsgebühren enthalten.
Welche Aufgaben haben Sargträger?
Im Anschluss an die Trauerfeier ist es Aufgabe der Sargträger, den Sarg zur Grabstelle zu tragen. Langsamen Schrittes gehen sie voraus, während die Angehörigen und die Trauergesellschaft folgen.
Manchmal sind Friedhöfe sehr weitläufig, weshalb das Tragen des Sarges anstrengend werden kann. Ist das der Fall, kann ein sogenannter Katafalk zur Hilfe genommen werden. Der Katafalk ist ein Wagen, auf dem der Sarg transportiert werden kann. Am Grab angekommen, wird der Sarg von den Sargträgern in die frisch ausgehobene Erdgrube abgesenkt.
Absenken des Sarges von Hand
Damit der Sarg von Hand abgesenkt werden kann, müssen Bretter über dem Grab platziert werden. Auf diesen wird der Sarg zunächst abgestellt. Dann wird der Sarg von vier Sargträgern mithilfe von Seilen oder Gurten angehoben, während die zwei anderen Sargträger die Bretter unter dem Sarg hervorziehen. Danach kann der Sarg langsam und gleichmäßig abgesenkt werden.
Maschinelles Absenken des Sarges
Das Absenken des Sarges kann auch maschinell durchgeführt werden. Dafür wird ein sogenannter Sargversenkapparat über dem Grab platziert, auf dem der Sarg abgestellt wird. Zum eigentlichen Absenken muss dann von einem Sargträger nur ein Hebel betätigt werden.
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Wie viele Sargträger braucht man?
In der Praxis werden vier bis sechs Träger benötigt. Aus diesem Grund sind Särge häufig mit sechs Griffen versehen. In besonderen Fällen können bis zu acht Sargträger erforderlich sein, etwa wenn hohe Würdenträger oder bekannte Persönlichkeiten beigesetzt werden. Dann wird der Sarg von den Trägern meist geschultert.
Was kostet ein Sargträger?
Durchschnittlich erhalten Sargträger zwischen 20 und 30 Euro für ihren Dienst bei einer Beerdigung. Da vier bis sechs Träger benötigt werden, bewegen sich die Gesamtkosten zwischen 120 und 180 Euro.
Wer bezahlt Sargträger?
Die Kosten für Sargträger sind in der Regel in den Beisetzungsgebühren enthalten. Abgerechnet werden diese vom Bestatter.
Trinkgeld für Sargträger
Mancherorts wird Trinkgeld für Sargträger als freundliche Geste verstanden, andernorts ist es eher unüblich und gilt sogar als verpönt und pietätlos. Bestatter sind meist mit den regionalen Gepflogenheiten vertraut und können Auskunft darüber geben, ob Trinkgeld für Sargträger angemessen ist. Manchmal ist es aus Gründen der Pietät üblich, dem Bestatter oder der Friedhofsverwaltung im Vorfeld der Beerdigung einen Umschlag mit Trinkgeld zu überreichen, das im Nachhinein an die Sargträger weitergegeben wird.
Kleidung der Sargträger
Sargträger sind meist dunkel und formell gekleidet, um ein würdevolles Erscheinungsbild zu wahren, das dem Anlass angemessen ist – schwarzer Anzug, weißes Hemd, manchmal ergänzt durch weiße Handschuhe und einen dunklen Hut oder Zylinder. Festes Schuhwerk gehört ebenfalls dazu, damit der Sarg auch auf unebenem Untergrund sicher zum Grab getragen werden kann.
Warum tragen Sargträger weiße Handschuhe?
Einerseits tragen Sargträger weiße Handschuhe als Ausdruck von Würde, Respekt und Pietät. Andererseits gibt es einen rein praktischen Grund: Die Handschuhe sorgen für einen sicheren Griff und schützen zudem den Sarg vor Schmutz. Auch wenn das Tragen weißer Handschuhe ein weitverbreiteter Brauch ist, kann dieser regional unterschiedlich gehandhabt werden.
Warum werfen Sargträger Handschuhe ins Grab?
In manchen Regionen kommt es vor, dass Sargträger nach dem Absenken des Sarges ihre Handschuhe ins Grab werfen. Das ist ein alter Brauch. Dieser symbolisiert, dass die Träger ihre sinnbildliche Berührung mit dem Tod abstreifen. Das Ritual muss nicht zwingend durchgeführt werden, wenn Angehörige es befremdlich finden. Man kann vorab mit dem Bestatter besprechen, dass darauf verzichtet werden soll.
Sargträger organisieren – müssen Angehörige sich kümmern?
Sargträger für die Beerdigung werden entweder vom Bestatter oder von der Friedhofsverwaltung organisiert, sodass sich Angehörige nicht darum kümmern müssen. Es kann vorkommen, dass Angehörige oder Freunde des Verstorbenen den Wunsch äußern, den Sarg zu tragen. Auch wenn es meist möglich ist, ist es nicht empfehlenswert. Der Sarg ist sehr schwer und gerade das gleichmäßige Absenken ins Grab erfordert Routine, damit die Zeremonie reibungslos verläuft. Erfahrene Sargträger wissen, worauf es ankommt. Daher sollte man ihnen diese Aufgabe überlassen.
Sargträger werden
Sargträger brauchen bestimmte Voraussetzungen, da sie eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe übernehmen. Einerseits ist Kraft erforderlich, da der Sarg schwer ist und der Weg zur Grabstätte lang sein kann. Andererseits ist auch eine gewisse Robustheit nötig, da Beerdigungen zu jeder Jahreszeit im Freien stattfinden. Nicht zuletzt ist es wichtig, der Aufgabe schweigsam nachzukommen, um die Pietät zu wahren. Wer Sargträger werden will, kann sich bei der Friedhofsverwaltung oder Stadtverwaltung über offene Stellen informieren.
Häufig gestellte Fragen
In den meisten Fällen sind vier bis sechs Sargträger nötig.
Das ist regional unterschiedlich. Doch häufig bewegen sich die Gesamtkosten zwischen 120 und 180 Euro.
Das Tragen weißer Handschuhe rundet ein würdevolles und pietätvolles Erscheinungsbild ab.
Das ist ein alter Brauch, der das Abstreifen des Todes symbolisiert, mit dem Sargträger sinnbildlich in Berührung kommen.
Elke Herrnberger ist als Pressesprecherin für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes Deutscher Bestatter und seiner angeschlossenen Gesellschaften zuständig.
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