Trauernetzwerke

Über 3.000 Totgeburten werden in Deutschland pro Jahr gezählt. In über 40 Städten in Deutschland ist inzwischen die Bestattung von Totgeburten und Föten möglich. Dafür wurden teilweise eigene Gräberfelder eingerichtet. Viele Organisationen, die betroffenen Eltern weiterhelfen, gehen dabei auf die Initiative der Betroffenen selbst, Seelsorger oder auch Bestatter zurück.

Jährlich sterben in Deutschland etwa 20.000 Kinder. Der Tod eines Kindes bedeutet eine Familienkrise in einer kaum zu überblickenden Vielschichtigkeit und Dramatik – und zwar langfristig. Der Tod zerreißt das Geflecht von Rollen, Funktionen und Beziehungsstrukturen und verändert tief greifend die Dynamik und das seelische Gleichgewicht einer Familie im Ganzen sowie bei den einzelnen Betroffenen – bei Vater, Mutter und Geschwistern. Das Gefüge unzähliger Familien gerät ins Wanken. Beziehungen und Kontakte nach außen werden abgebrochen.

Viele Ehen zerbrechen, und der Satz, dass „geteiltes Leid halbes Leid” sei, wird durch die Realität in dramatischer Weise infrage gestellt. Den hinterbliebenen Geschwistern und ihrer stummen, oft verzweifelten Trauer können die Eltern nicht gerecht werden. Als die „doppelten Verlierer” verlieren jene nicht nur Bruder oder Schwester, sondern weitgehend – auf Jahre hinaus – die Anteilnahme und Lebendigkeit ihrer Eltern. Oft kommen zu diesen Problemen noch psychische Störungen, körperliche Beschwerden, Alkohol- und Tablettenabhängigkeit, Schuldgefühle und Depressionen hinzu.

Bundesverband „Verwaiste Eltern in Deutschland“

Familien, die vom besonders traumatisierenden Verlust, dem Tod eines Kindes betroffen sind, brauchen fachlich fundierte Begleitung, um diese Lebenskrise meistern zu können. Die „verwaisten Eltern“ sind ein Netzwerk von inzwischen fast 300 Gruppen in ganz Deutschland. In diesen Gruppen finden Eltern nach dem Tod ihres Kindes den schützenden Raum, in dem Trauer zugelassen und gezeigt werden darf. Hier finden sie Hilfe auf dem langen und leidvollen Weg durch die Trauer, hier ist Trost möglich jenseits von vordergründiger und schneller „Vertröstung”, die unsere Umwelt gewöhnlich für Trauernde bereithält.

Im Schutzraum dieser Gruppen vermitteln Eltern, die bereits durch ihren tiefen Verlustschmerz und ihre Trauer hindurch zum Leben zurückgefunden haben, die Hoffnung, dass Weiterleben möglich ist. Neben Trauer, Schmerz und Ängsten werden auch Freuden und Zukunftspläne geteilt. Aus geteilter Trauergeschichte wachsen verwaiste Eltern so in geteilte Lebensgeschichte hinein.

Engelskinder Deutschland

Die Organisation Engelskinder richtet sich an Eltern, die ihr Kind durch Fehlgeburt, Totgeburt, medizinisch indizierten Abbruch, Frühgeburt, während oder kurz nach der Geburt verloren haben.

Initiative Regenbogen „Glücklose Schwangerschaft“

Die Initiative Regenbogen ist ein Kontaktkreis für Eltern, die ein Kind durch Fehlgeburt, Frühgeburt, Totgeburt oder kurz nach der Geburt verloren haben.

Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod

Der Plötzliche Säuglingstod (Sudden Infant Death, SID) ist der plötzliche und unerwartete Tod eines zuvor normal und gesund erscheinenden Säuglings. Die Diagnose SID ist nur durch eine Obduktion möglich.

Kindergrab.de

Die Homepage „Kindergrab“ zeigt auf, wie im Raum Karlsruhe mit fehlgeborenen Kindern (während der Schwangerschaft verstorbenen Kindern mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm und damit nicht bestattungspflichtig) umgegangen wird. Angeregt durch das Netzwerk „Verwaiste Eltern“ und Frauen der Karlsruher Selbsthilfegruppe „Wenn Geburt und Tod zusammenkommen“ auf der einen Seite und der Klinikseelsorge und Pathologie der St.-Vincentius-Kliniken auf der anderen Seite entstand das Karlsruher Kinderfeld.

Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier BATF e.V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier BATF e.V. (www.batf.de und www.die-trauerredner.de) ist der bundesweite Verband von Trauerrednern und Trauerrednerinnen und repräsentiert den Berufsstand der Redner.

 

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