Das Wichtigste in Kürze
- Die Leichenstarre entsteht, weil nach dem Tod kein Adenosintriphosphat (ATP) mehr gebildet wird und sich dadurch die Muskulatur nicht mehr entspannen kann.
- Der Eintritt der Leichenstarre beginnt meist ein bis zwei Stunden nach dem Tod.
- Die volle Ausprägung ist in der Regel nach sechs bis zwölf Stunden erreicht.
- Die Dauer der Leichenstarre beträgt gewöhnlich etwa 24 bis 48 Stunden, bevor sie sich wieder löst.
- Die Leichenstarre ist ein sicheres Todeszeichen und kann Hinweise auf den Todeszeitpunkt liefern.
Was ist die Leichenstarre?
Bei der Leichenstarre handelt es sich um eine natürlich bedingte Muskelversteifung, die nach dem Tod eines Menschen eintritt. Das postmortale Erstarren der Muskulatur wird auch als Totenstarre (medizinisch: Rigor mortis) bezeichnet und gilt neben Totenflecken und der Verwesung des Körpers als sicheres Todeszeichen.
Checkliste im Todesfall.
Was tun, wenn es zum Todesfall kommt?
Warum kommt es zur Leichenstarre?
Die Ursache der Leichenstarre liegt im Stillstand der Stoffwechselvorgänge nach dem Tod. Unter anderem wird kein Adenosintriphosphat (ATP) mehr gebildet, das für die Muskelentspannung erforderlich ist. Die Muskelproteine Aktin und Myosin bleiben dadurch dauerhaft miteinander verbunden, was zur Versteifung der Muskulatur führt – es kommt zur Totenstarre.
Wann setzt die Leichenstarre ein?
Der Eintritt der Leichenstarre beginnt in der Regel ein bis zwei Stunden nach dem Tod. Der genaue Zeitpunkt hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Umgebungstemperatur. Bei höheren Temperaturen kann die Totenstarre früher einsetzen. Wenn es kühler ist, verzögert sich der Eintritt der Leichenstarre meist.
Wie läuft die Leichenstarre ab?
Der Verlauf der Leichenstarre folgt einem typischen Muster. Zunächst versteifen sich kleinere Muskelgruppen im Bereich von Kiefer, Gesicht und Nacken. Anschließend breitet sich die Starre über den Oberkörper auf Arme und Beine aus. Diese Reihenfolge der Totenstarre entspricht einem physiologischen Verlauf vom Kopf bis zu den Füßen, der in der Medizin als kraniokaudale Ausbreitung beschrieben wird.
Sie beklagen einen Trauerfall in Ihrer Familie?
Ihr qualifizierter Bestatter vor Ort hilft Ihnen bei der Planung der Beisetzung.
Wie lange dauert die Leichenstarre?
Die Leichenstarre erreicht ihre volle Ausprägung nach circa sechs bis acht Stunden und bleibt in etwa für 24 bis 48 Stunden bestehen. Danach löst sich die Starre wieder, weil es zu ersten Zersetzungsprozessen im Körper kommt, beginnend mit der sogenannten Autolyse (Selbstauflösung der Zellen).
Todeszeitpunkt mittels Rigor mortis bestimmen
Die Ausprägung der Leichenstarre kann zur groben Eingrenzung des Todeszeitpunkts herangezogen werden. Das ist vor allem auch in der Forensik und Rechtsmedizin von großer Bedeutung. Grundsätzlich müssen bei der Bestimmung des Todeszeitpunkts äußere Faktoren berücksichtigt werden, die Einfluss auf den Verlauf der Totenstarre haben – etwa die Umgebungstemperatur am Auffindeort des Leichnams.
Die Totenversorgung während der Leichenstarre
Oft kümmern sich Bestatter noch während der ausgeprägten Leichenstarre darum, Verstorbene zu waschen, anzukleiden und in den Sarg zu betten. Damit die hygienische Versorgung des Leichnams und die Vorbereitung auf die Beerdigung erfolgen können, müssen Bestatter häufig die Totenstarre „brechen“. Mit diesem Ausdruck ist keinesfalls gemeint, dass Knochen gebrochen werden. Das „Brechen“ der Leichenstarre beschreibt das fachgerechte Massieren, Dehnen und Strecken von unbeweglichen Gelenken. Das ist notwendig, um Körperpartien in die richtige Position zu bringen, damit Verstorbene beispielsweise angekleidet und in den Sarg gebettet werden können. Diese Maßnahmen erfolgen respektvoll und mit größter Sorgfalt, sodass der würdevolle Umgang mit Verstorbenen stets gewahrt bleibt.
Häufig gestellte Fragen
Die Leichenstarre tritt meist ein bis zwei Stunden nach dem Tod ein. Der genaue Zeitpunkt kann durch Temperatur und individuelle Faktoren beeinflusst werden.
Die Dauer der Leichenstarre beträgt in der Regel 24 bis 48 Stunden. Danach löst sie sich wieder, bedingt durch das Einsetzen der sogenannten Autolyse im Körper.
Die Ausprägung der Leichenstarre ermöglicht eine grobe zeitliche Einordnung des Todes. Eine exakte Bestimmung ist allein anhand der Starre jedoch nicht möglich.
Ja. Der Begriff wird als Synonym für die Bezeichnung Leichenstarre verwendet.
Elke Herrnberger ist als Pressesprecherin für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes Deutscher Bestatter und seiner angeschlossenen Gesellschaften zuständig.
Weitere Artikel lesen