Zur Relevanz der Bestattungsbranche in Zeiten der Klimakrise
Mit Nachhaltigkeit verbinden wir Bilder von grünen Wiesen und Wäldern, Naturmaterialien und Ruhe. Nachhaltigkeit hat aber auch eine andere Seite. Was passiert, wenn wir die Umwelt strukturell nicht ausreichend schonen, haben wir bereits in diesem Sommer mit den Auswirkungen der Klimakrise erlebt – auch die Bestattungshäuser.
Rekordwerte haben diesen Sommer wieder Schlagzeilen gemacht: Wasserpegel sanken, Temperaturen stiegen, Todesfälle häuften sich. Die Anzahl der Hitzewellen in Europa wird zunehmen. Doch die daraus hervorgehenden Todesfälle werden auf dem Papier nicht der Hitze zugeschrieben. Meistens sind Herz-Kreislauf-Probleme die angegebene Todesursache. Wenn Menschen allerdings aus Altenheimen evakuiert werden müssen oder in ihren überhitzten Dachgeschosswohnungen zu Tode kommen, wird mehr denn je klar, dass Nachhaltigkeit nicht nur schön anzusehen, sondern lebenswichtig für uns ist. Da viele Menschen im Alltag keinen Berührungspunkt mit Bestattung haben, wird die Branche bei dem Thema schnell übersehen. Doch Bestattungen finden jeden Tag statt, es ist ein systemrelevantes Element unserer Gesellschaft und deshalb für den Umweltschutz besonders wichtig.
Unsere Infrastruktur in Deutschland ist nicht ausreichend auf solche Wetterextreme eingestellt. Anders als in südlicheren Ländern fehlt uns die Erfahrung und die Vorbereitung. Das gilt auch für die Bestattungsbranche. Durch die vermehrte Sterblichkeit kam es in diesem Sommer in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern zu Engpässen im Leichentransport und es fehlte Raum, um die Verstorbenen kühl zu lagern, bis die Bestattung erfolgte. Nach einigen Tagen konnte der Normalbetrieb wiederhergestellt werden. Dennoch zeigt dies auf, dass sich die Branche mit den neuen Umständen anpassen muss.
Das Beste wäre natürlich, würden gar nicht erst so viele Menschen durch die Hitzewellen sterben müssen. Besonders gefährdet sind jene in der Gesellschaft, die verletzlich sind: zurückgelassene Kinder und Tiere in parkenden Autos, alte und kranke Menschen, Obdachlose, Menschen mit Behinderung oder fehlenden finanziellen Möglichkeiten. Es braucht eine Gesellschaft, die achtsam miteinander umgeht, um gar nicht erst das Bestattungshaus anrufen zu müssen. Ein Blick nach links und rechts kann Mensch und Tier das Leben retten.
Auch wenn das Klima sich bereits verändert hat, sind nachhaltige Vorgehensweisen wertvoll und wichtig. Die Bestattungsbranche, Krematorien und Friedhofsverwaltungen entwickeln sich mit Verantwortungsbewusstsein und kreativen Ideen weiter, um ihre Arbeit umweltschonender zu gestalten, Alternativen anzubieten und mit der Zeit zu gehen. Biologisch abbaubare Särge und Urnen, Elektroöfen für die Einäscherungen, kurze Fahrtwege mit dem Leichenwagen, all das und mehr findet bereits Anwendung. Der Bundesverband Deutscher Bestatter setzt sich dafür ein, der Branche politisch und bildungsbezogen den Weg zu nachhaltigeren Methoden zu ebnen. Die Bestattungshäuser werden vom Verband über die neusten Entwicklungen und Möglichkeiten des Handwerks informiert und reflektieren ihre Vorgehensweisen, um Mensch und Natur gleichermaßen zu unterstützen.
Mehr Informationen erhalten Sie auf www.bestatter.de/wissen/beerdigung-und-bestattung/nachhaltigebestattung
oder beim Bestattungsunternehmen vor Ort.
Pressekontakt: Bundesverband Deutscher Bestatter e. V. | Cecilienallee 5, 40474 Düsseldorf
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