Klausurtagung in Süßen: Gewerke und Vereine beraten über Friedhöfe der Zukunft
Wie können die Friedhöfe der Zukunft aussehen? Darüber berieten am 24. und 25. September 2026 Vertreterinnen und Vertreter am Runden Tisch Friedhofskultur. Der Zusammenschluss friedhofsnaher Gewerke und Vereinigungen aus ganz Deutschland traf sich dazu im baden-württembergischen Süßen am Campus Vivorum. Eingeladen zu der Klausurtagung hatten die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V..
Den Friedhof stärker als Ort des Gemeinwesens zu etablieren, ist ein gemeinsames Anliegen friedhofsnaher Gewerke und engagierter Akteure der Friedhofskultur. Schon heute werden Friedhöfe an vielen Orten in Deutschland innovativer gedacht und gestaltet, als es die öffentliche Wahrnehmung mitunter vermuten lässt. Bei der Klausurtagung in Süßen stand deshalb die Frage im Mittelpunkt, wie Friedhöfe zukunftsfähig weiterentwickelt werden können. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, dass dabei die Menschen im Mittelpunkt stehen müssen: diejenigen, die Friedhöfe besuchen und dort ihrer Verstorbenen gedenken, ebenso wie diejenigen, die selbst einmal dort bestattet werden möchten.
Vielfalt schaffen, Historie erhalten
Ein Café auf dem Friedhof, Spielmöglichkeiten für Kinder, Räume für Begegnung – in großer Runde und in Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche Entwicklungen auf Friedhöfen möglich und sinnvoll sind. Deutlich wurde dabei: Neben lokalem Engagement kommt es insbesondere auf die Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Kirchen und den am Friedhof tätigen Gewerken an. Konkrete Handlungsfelder für eine gemeinsame Weiterentwicklung sind beispielsweise die künftige Finanzierung und Unterhaltung der Friedhöfe, die Gestaltung der Friedhofsflächen sowie ein vielfältiges Angebot an Grabarten.
Politischer Austausch und Ausblick
Für den Bundesverband Deutscher Bestatter brachten Vizepräsident Markus Maichle und der Kulturbeauftragte Dr. Simon J. Walter die Perspektive des Bestatterhandwerks in die Beratungen ein. Gelegenheit zum politischen Austausch bot insbesondere die abschließende Gesprächsrunde mit Stefan Teufel MdL, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg und Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit. Maichle bedankte sich zum Abschluss dieser Runde bei Stefan Teufel für dessen politischen Einsatz – und bei den Gastgebern sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den fachlichen Austausch.
Zugleich unterstrich er die Bereitschaft des Bestatterhandwerks, Politik und Verwaltung bei Fragen der Bestattungskultur und des Bestattungsrechts weiterhin mit fachlicher Expertise zu begleiten – durch die Landesinnung des Bestatterhandwerks Baden-Württemberg ebenso wie durch den Bundesverband und im Austausch mit dem Runden Tisch Friedhofskultur.
Die beiden Tage machten deutlich, wie viele gemeinsame Themen und konkrete Handlungsfelder die unterschiedlichen Gewerke und Vereinigungen verbinden, die auf und rund um den Friedhof tätig sind. Die Weiterentwicklung der Friedhöfe ist eine gemeinsame Aufgabe, die den Austausch zwischen Praxis, Verwaltung und Politik erfordert. Die Gespräche in Süßen und der abschließende politische Austausch boten hierfür konkrete Anknüpfungspunkte.
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