Häufig gestellte Fragen

Gibt es einen Wandel in der Bestattungskultur und worin zeigt er sich?

Die Bestattungskultur hat sich zu jeder Zeit und in allen Kulturen immer wieder verändert und neuen gesellschaftlichen Strömungen angepasst. Dies ist auch in der Gegenwart der Fall, wobei die Geschwindigkeit der Veränderungen in den letzten Jahren zugenommen hat. Generell geht der Trend zur Wahl einer Feuerbestattung, womit neue Möglichkeiten der Beisetzung gegeben sind. Dem Wunsch nach Pflegefreiheit der Grabfläche wird durch sogenannte pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen zunehmend Rechnung getragen. Die Gestalt unserer Friedhöfe wird sich in den nächsten Jahren verändern, dies hat mit Grabfeldern für Verstorbene anderer Kulturen und Religionen zu tun, aber auch mit einer größeren Bandbreite ästhetischer Stile und unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten. Daneben gibt es einen sehr problematischen Trend zur möglichst billigen „Entsorgung“ von Verstorbenen, oftmals bedingt durch veränderte familiäre Strukturen und finanziell engere Spielräume für manche Bevölkerungsschichten.

Welche Statistiken und Zahlen zur Bestattungskultur und Bestattungsbranche sind öffentlich zugänglich?

Es gibt zur Bestattungskultur und Bestattungsbranche kaum verbindliche und empirisch wissenschaftliche sowie repräsentative Statistiken und Umfragen. Viele im Diskurs stehende Statistiken entbehren bei näherer Betrachtung einer tieferen Aussagekraft. Definitiv zu benennen ist die Zahl der Verstorbenen in Deutschland, die über das Statistische Bundesamt abgefragt werden kann: www.destatis.de

Welche Bestattungsarten gibt es und wie hoch ist in Deutschland ihr Anteil?

Grundsätzlich gibt es nur zwei Bestattungsarten, die Erd- und die Feuerbestattung. Aus deren Wahl ergeben sich dann verschiedene Möglichkeiten einer Beisetzung, z. B. Reihengrab für Sarg- oder Urnenbestattung bzw. Wahlgrab, Gemeinschaftsgrab, anonyme Bestattung oder Baumbestattung auf einem Friedhof, Seebestattung, Bestattung in einer Grabeskirche oder in Waldarealen .

Was versteht man unter einem Kolumbarium?

Ein Kolumbarium war ursprünglich die Bezeichnung für einen Taubenschlag. Wegen der optischen Ähnlichkeit wurden dann auch altrömische Grabkammern zur Aufnahme von Urnen nach Feuerbestattungen so benannt. Heute bezeichnet man als Kolumbarium ein oberirdisches Bauwerk oder eine Grabeskirche, die der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dient. 

Was versteht man unter einer Seebestattung?

Eine Seebestattung ist die Beisetzung der sterblichen Überreste eines Menschen in einer Urne auf dem offenen Meer, in Deutschland auf der Nord- oder Ostsee. Das Ritual der Beisetzung erfolgt nach seemännischen Gepflogenheiten. Eine Seebestattung kann grundsätzlich bei jedem Bestatter bundesweit in Auftrag gegeben werden. Sofern der Bestatter nicht selbst Seebestatter ist, leitet er im korrekten Fall den Auftrag an einen qualifizierten Seebestatter weiter, der dann auch den weiteren Rahmen der Trauerfeier für Angehörige arrangiert. Über den genauen Ort der Beisetzung wird mit Nennung der Koordinaten eine Bestätigung ausgestellt.

Inwiefern kann ein Grab für den Trauerverlauf wichtig sein?

Viele Menschen brauchen äußere Zeichen einer inneren Verbundenheit. Ein Ort, der Angehörigen ermöglicht, ihre Verstorbenen zu betrauern und das Leben mit ihnen zu reflektieren, kann also eminent wichtig sein. Es hat sich gezeigt, dass bei anonymen Bestattungen die Angehörigen oft über lange Zeit darunter leiden, wenn sie nicht wissen, wo ihre Angehörigen bestattet wurden. Der Friedhof bietet die Möglichkeit einer Begegnung mit den Verstorbenen und den Lebenden sowie einer Auseinandersetzung mit den Fragen von Leben und Tod.

Ist gegenüber Verstorbenen eine „Entsorgungsmentalität“ feststellbar?

Wenn Bestattung nur noch unter der Prämisse der Entsorgung eines Leichnams gesehen wird, wenn es ausschließlich um technische und finanzielle Fragestellungen geht, kann man von einer solchen Entsorgungsmentalität sprechen. Die Gründe sind vielfältig, wobei man sich einer schnellen Verurteilung von Verstorbenen und Angehörigen enthalten sollte.

Warum braucht man sowohl bei der Feuer- als auch Erdbestattung einen Sarg?

Um den Verwesungsprozess von Verstorbenen im Erdreich zu gewährleisten, bedarf es eines luftumschlossenen Bereichs, der durch den Sarg ermöglicht wird. Vergleiche insbesondere mit islamischen Ländern und der Bestattung im Leinentuch missachten die Tatsache, dass es in vielen Ländern gänzlich andere Bodenbeschaffenheiten und klimatische Verhältnisse gibt. Auch bei der Kremation ist ein Sarg unabdingbare Voraussetzung, denn das Sargholz sorgt einerseits beim Verbrennungsvorgang für das Erreichen der erforderlichen Hitze, andererseits verbietet sich ein Verzicht auf einen Sarg auch unter dem Aspekt der Würde des Verstorbenen.

Was gehört zu einer würdigen und guten Bestattung?

Elementarer Bestandteil einer würdigen und guten Bestattung ist neben einer qualifizierten und einfühlsamen Beratung insbesondere der Umgang mit dem Verstorbenen. Eine sogenannte „hygienische Versorgung“, also das Waschen und Ankleiden eines Verstorbenen gehört ebenso dazu wie das Arrangement der Trauerfeier, die Möglichkeit einer individuellen Abschiednahme sowie die Erledigung vielfältiger formaler und bürokratischer Gänge.

Wie lange kann ich meinen verstorbenen Angehörigen zu Hause behalten?

Es kann wichtig sein, einen Verstorbenen nach dessen Tod nicht in aller Schnelle aus dem heimischen Umfeld abholen zu lassen, vielmehr in Ruhe im Kreis der Angehörigen innerhalb der Frist gemäß dem Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes Abschied zu nehmen. Sie können mit Ihrem Bestatter absprechen, wann eine Abholung erfolgen soll. Hast und Eile sind in aller Regel nicht geboten. Je nach Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes kann der Verstorbene eine bestimmte Zeit noch im Hause verbleiben.