22. April 2021 – „The Cruel Sea. Der Tod und das Meer“ in Düsseldorf

Das Leben stammt aus dem Meer. Gleichzeitig aber war die See immer auch ein gefährlicher Ort, dem viele Leben zum Opfer fielen. Stürme und Schiffbruch sind untrennbar mit der Schifffahrt verbunden und kosteten unzählige Menschen das Leben. Seekriege wurden mit äußerster Brutalität geführt. Die Arbeit an Bord der Schiffe zählte seit jeher zu den gefährlichsten Berufen. Unfälle, Meutereien und Überfälle gingen einher mit Mangelernährung und fehlender Hygiene. Skorbut, Durchfallerkrankungen und Fieber gehörten zu den häufigsten Krankheiten auf See. Aber auch an Land war man nicht gänzlich in Sicherheit vor den Gefahren des Meeres. Sturmfluten und Tsunamis bedrohten die Bevölkerung der Küstenregionen. Seuchen und Epidemien wurden über die Schifffahrtswege in die Hafenstädte eingeschleppt und verbreiteten sich von dort aus ins Hinterland. Die Ambiguität zwischen Faszination und Schrecken, Abenteuer und Desaster im Verhältnis von Mensch und Meer fand ihren Niederschlag auch in der Literatur (man denke etwa an Moby Dick) und bildenden Kunst (zahlreiche Beispiele finden sich in der Grafiksammlung ‚Mensch und Tod‘ der HHU). Und heute ist der maritime Lebensraum selbst bedroht: Erwärmung, Verschmutzung, Plastikmüll, Überfischung, etc.

 

Die internationale und interdisziplinäre Arbeitstagung diskutiert ausgewählte Aspekte dieses Wechselverhältnisses in kultur-, wirtschafts- und medizinhistorischer Perspektive und wird von einer Ausstellung mit Arbeiten aus der Grafiksammlung ‚Mensch und Tod‘ der Heinrich-Heine-Universität begleitet.

 

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