Ausstellung Matthäuskirche

Die „Trauerhaltestelle“ als neue Form des Gedenkens Ausstellung eines 1:1-Modells vom 12.-28. September in der Matthäuskirche Frankfurt


In einer sich wandelnden Trauerkultur wächst der Wunsch nach neuen Formen der Trauerbekundung und des Gedenkens. Die öffentliche und auch die individuelle Trauer verändern sich und tragen den Entwicklungen einer interkulturellen Gesellschaft Rechnung. „Die Trauerhaltestelle“, konzipiert von den Architektinnen Solveig Schacht und Mareile Höring, ist ein Beispiel für die Umsetzung dieses Gedankens im öffentlichen Raum.

Konfessionsübergreifender Trauerort

Die „Trauerhaltestelle“ kann im Stadtraum, auf dem Friedhof oder in der freien Natur aufgebaut werden. Sie misst ca. 4 x 5 Meter, spielt mit Lichteinfällen und thematisiert Vergänglichkeit, indem die Trauernden Inschriften hinterlassen können, die witterungsbedingt wieder verschwinden. So bietet die „Trauerhaltestelle“ einen konfessionsübergreifenden und interkulturellen Ort zum Trauern, Erinnern und Innehalten, in Stille aber auch in Gemeinsamkeit. Denkbare Anlässe für den Aufbau der „Trauerhaltestelle“ wären beispielsweise vor Schulen nach Katastrophen wie Amokläufen, Unglücken wie der Loveparade oder Zugunglücken.

Sonderpreis beim Architekturwettbewerb

Beim Architekturwettbewerb „Trauer braucht Raum“ des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur, des Bundes Deutscher Innenarchitekten in NRW (BDIA) und der „db deutsche bauzeitung“ 2012 in Berlin erhielt die „Trauerhaltestelle“ bereits einen Sonderpreis. Nun wird der prämierte Plan realisiert.

Jetzt in Frankfurt zu sehen

Einen ersten Auftritt hat die „Trauerhaltestelle“ in einem Modell in Originalgröße in der Ausstellung „DENK MAL. Erinnern im Medienwandel“ in der Matthäuskirche in Frankfurt, die am 12. September im Rahmen der Nacht der Kirchen eröffnet wird und dort bis zum 28. September zu sehen ist. Anschließend soll die „Trauerhaltestelle“ im Berufsausbildungszentrum der Bestatter (BAZ) im fränkischen Münnerstadt aufgestellt werden.

Kuratorium Deutsche Bestattungskultur

In Zeiten einer zunehmenden und fragwürdigen Entsorgungsmentalität versteht sich das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur als Förderin, Hüterin und Begleiterin einer würdigen und auch modernen Zeiten angemessenen Sepulkralkultur. Wie eine Gesellschaft mit Sterben, Tod und Trauer umgeht, spiegelt ihr Menschenbild, ihre Werte und ihr Selbstverständnis. Der Beginn menschlicher Kultur ist dort zu finden, wo Menschen vor Urzeiten begonnen haben, ihre verstorbenen Angehörigen zu bestatten, zu betrauern und nicht einfach auf freiem Felde liegen zu lassen. Abschiedsrituale, Trauerfeiern, Trauermusik und Bestattungszeremonien sind also ein wichtiger Teil unserer Kultur.

Informationen unter:

Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V.
Geschäftsführer Oliver Wirthmann, Dipl.-Theol.
Volmerswerther Str. 79
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E-Mail: wirthmann@kuratorium-deutsche-bestattungskultur.de