Förderprojekte des Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V. und der Humatia – Stiftung für Sepulkralkultur

Der Umgang mit Tod und Trauer unterliegt wie alle gesellschaftlichen Phänomene einem permanenten Wandel. Deshalb geht es in den Förderprojekten auch darum, die reiche Kulturtradition von der Trauermusik über Trauerrituale bis zur künstlerischen Darstellung der Berufe der Totenfürsorge zu erforschen, um aufzuzeigen, wie Tradition und Innovation aufeinander bezogen sind.

Zur Forschungsförderung zählen Stipendien für ausgewählte Projekte der Sepulkralkultur; öffentliche Veranstaltung wie Tagungen, Symposien oder Ausstellungen; Lehrstuhlkooperationen an Universitäten oder auch die Unterstützung wissenschaftlicher Publikationen.

Publikationen

  • „Bestattungskultur – Zukunft gestalten“ – Tagungsband (Düsseldorf 2004, Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes)
  • „Musica et Memoria – Trauermusik durch die Jahrhunderte“ – 6 CDs zur Trauermusik (Düsseldorf 2005, Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes)
  • „Todesmutig. Das siebte Werk der Barmherzigkeit“ – Kulturgeschichte von Dr. Jeanne E. Rehnig (Düsseldorf 2006, Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes)
  • „Verarmt, verscharrt, vergessen?“ – Tagungsband (Düsseldorf 2008, Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes)
  • „Wer nicht wirbt, stirbt! – Werbung in der Bestattungsbranche“ – Tagungsband (Düsseldorf 2009, Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes)
  • Schwermut und Schönheit. Als die Menschen Trauer trugen – Kulturgeschichte von Dr. Natascha N. Hoefer (Düsseldorf 2010, Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes)
  • Trauer braucht Raum! Architektur in der Bestattungsbranche – Tagungsband (Düsseldorf 2012, Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes)
  • Fremder Tod – Bestattung muslimischer, jüdischer, buddhistischer, hinduistischer und yezidischer Religionsangehöriger in Deutschland, von Corinna Kuhnen (Düsseldorf 2012, Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes)

Lehrstuhlkooperationen und universitäre Förderung

  • Von 1998 bis 2004 bestand eine Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Trauerpsychologie in Regensburg. Im Rahmen dieser Kooperation sind u.a. eine Habilitation von Herrn Dr. Thomas Schnelzer zur Trauerpsychologie sowie eine Promotion von Frau Sabine Holzschuh zu Trauerhallen gefördert worden.
  • Seit 2004 besteht eine Kooperation mit der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf in Form einer neu eingerichteten Forschungsstelle zur Sepulkralmusik. Gemeinsam mit Herrn Professor Dr. Dr. Kalisch und seinen Mitarbeitern ist eine thematisch angelegte Sammlung zur Trauermusik als Grundlage für eine Belebung der Diskussion zur Trauermusik erarbeitet worden, die als CD-Sammlung vorliegt. Im Jahr 2005 fand ein Trauermusikforum im FFFZ in Düsseldorf statt, dessen Ergebnisse als Tagungsband „Musica et memoria“ veröffentlicht vorliegen. Die Kooperation findet ihren Niederschlag im Seminarangebot des Fachverlags zur Trauermusik sowie in weiteren Untersuchungen zum Wandel der Trauermusik durch die Jahrhunderte. Im Jahr 2009 ist der Ratgeber „Trauermusik – Abschied gestalten“ neu erschienen. Im Jahr 2010 hat eine Tagung zum Thema „Musik – Tod – Alltag“ in der RSH in Düsseldorf stattgefunden.
  • Studie zur Bestattungskultur „Wunsch und Wirklichkeit“: Die sozialogische Studie der Ruhr-Universität Bochum unter Leitung von Dr. Frank Thieme erbrachte wertvolle Erkenntnisse zu Bestattungsverhalten und Präferenzen unterschiedlicher sozialer und ästhetischer Milieus in der deutschen Bevölkerung. Die Ergebnisse werden im Herbst 2014 in einer umfangreichen Monographie publiziert, sind aber jetzt als Pressemitteilung schon abrufbar. 

Stipendien

  • Sabine Holzschuh ist mit einem Forschungsstipendium (2001-2003) für ihr Dissertationsprojekt „Trauer und Raum“ gefördert worden. („bestattungskultur“ 09/2002, S. 16/17)
  • Die Kunsthistorikerin Dr. Jeanne E. Rehnig verfasste auf der Grundlage eines Stipendiums (2005-2006) die Kulturgeschichte “Todesmutig. Das siebte Werk der Barmherzigkeit“, das eine gemeinsam mit dem Museum für Sepulkralkultur in Kassel gezeigte Ausstellung im Jahr 2006 begleiten hat.
  • Antje Kahl ist von 2006-2008 mit einem Stipendium der Stiftung Humatia für ihr Dissertationsprojekt im Fachbereich Soziologie der TU Berlin „Das Unternehmen Bestattung. Der Tod als Vermarktungsobjekt im Spannungsfeld von Markt, Öffentlichkeit und Kommunikation.“ gefördert worden.
  • Dr. Natascha Hoefer verfasste auf der Grundlage eines Stipendiums (2008-2010) die Kulturgeschichte „Schwermut und Schönheit. Als die Menschen Trauer trugen“, das eine gemeinsam mit dem Deutschen Textilmuseum Krefeld gezeigte Ausstellung im Jahr 2010 begleitet hat.
  • 2011: Julia Schenk ist mit einem Stipendium der Stiftung Humatia gefördert worden. Im archäologischen Kontext erforschte Sie an der Universität Bamberg die „neuzeitlichen Bestattungen in Nordbayern“.
  • 2012: Pavel Radchenko ist als Philosoph mit einem Promotionsstipendium der Stiftung Humatia gefördert worden: „Tod in der Gegenwartsgesellschaft – seine Doppeldeutigkeit und heutige Einseitigkeit.“, Universität Heidelberg
  • 2013: Gerardo Scheige ist als Musikwissenschaftler mit einem Promotionsstipendium der Stiftung Humatia gefördert worden: „Requiem aeternam? Kompositorische Reflexionen des Todes in der neuen Musik.“, Universität Köln
  • 2013: Christina Bernschein ist als evangelische Theologin mit einem Promotionsstipendium gefördert worden: "Der Bestatterberuf in der Gegenwart. Seine Bedeutung für die kirchliche Bestattung und pastorales Handeln."

Öffentlichkeitsarbeit

  • 2002: Theaterstück „Ritus“
  • 2003: Tagung zum Thema Bestattungskultur – Zukunft gestalten in Erfurt in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz Bonn
  • 2005: interdisziplinäres Forum „Musica et memoria. Trauermusik durch die Jahrhunderte“ in Kooperation mit der Robert Schumann Musikhochschule Düsseldorf
  • 2006: Ausstellung „Todesmutig. Das siebte Werk der Barmherzigkeit“ in Kooperation mit dem Museum für Sepulkralkultur in Kassel
  • 2007: Veranstaltungsreihe „Todesmutig – barmherzig sein“ im Kreis Bonn/Siegburg
  • 2007: Tagung „Verarmt, verscharrt, vergessen?“ in München unter der Schirmherrschaft von Professor Dr. Rita Süssmuth
  • 2008: Umfrage zur Bestattungsbranche mit dem Meinungsforschungsunternehmen TNS-Emnid
  • 2009: Tagung „Wer nicht wirbt, stirbt! – Werbung in der Bestattungsbranche“ in Berlin in Kooperation mit dem Deutschen Marketingverband
  • 2010: Ausstellung „Schwermut und Schönheit. Trauerkleider aus dem Museum of World Funeral Culture Novosibirsk“
  • 2012: Tagung „Trauer braucht Raum!“ Architektur in der Bestattungsbranche“ in Berlin in Kooperation mit dem BDIA in NRW (Bund Deutscher Innenarchitekten, Landesverband Nordrhein-Westfalen) und der db-deutsche Bauzeitung
  • 2013: Tagung „Vor aller Augen – Tod in öffentlicher Wahrnehmung und Begegnung" in Kooperation mit der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und dem Heinrich-Heine-Institut der Landeshauptstadt Düsseldorf

Druckkostenzuschüsse

  • 2001: Dissertation „Ich war tot und Ihr habt meinen Leichnam geehrt. Unser Umgang mit den Verstorbenen“ von Adelheid Fiedler
  • 2003: Tagungsband „Creating Identities. Die Funktion von Grabmalen und öffentlichen Denkmalen in Gruppenbildungsprozessen“ von Dr. Stefanie Knöll u.a.
  • 2004: Unterrichtshilfe „Abschied. Mit Kindern über Leben und Sterben nachdenken“
  • 2005: Publikation „Ort der Stille – Friedhof. 200 Jahre Mainzer Aureus“
  • 2005: Dissertation „Das Grabmal des Bruno Presbyter“  von Dr. Christian Schuffels’ und Dissertation „Sterben, Tod, Begräbnis und liturgisches Gedächtnis bei weltlichen Reichsfürsten des Spätmittelalters“ von Dr. Cornell Babendererdes
  • 2006: Ausstellungskatalog „Zum Sterben schön. Alter, Totentanz und Sterbekunst von 1500 bis heute“ von Andrea von Hülsen-Esch u.a.
  • 2008: Publikation „Narren-Masken-Karneval: Meisterwerke von Dürer bis Kubin aus der Düsseldorfer Graphiksammlung ‚Mensch und Tod’" von Dr. Stefanie Knöll u.a.
  • 2009: Tagungsband „Künstler und der Tod“ von Dr. Nicole Hegener
  • 2009: Tagungsband „Totenkleidung“ von Dr. Traute Helmers u.a.
  • 2009: Dissertation „Säkulare Totenrituale“ von Dr. Jane Redlin
  • 2009: Dissertation „Carina unvergessen – Erinnerungskultur im Internetzeitalter“ von Dr. Katrin Gebert
  • 2010: Gefördert wurden die Broschüre „leb wohl“ sowie die Publikation „Mixed Metaphors“ von Dr. Stefanie Knöll mit einem Druckkostenzuschuss. Ferner wurde die Dissertation „Fremder Tod“ von Dr. Corinna Kuhnen gefördert.
  • 2011: Ausstellungskatalog „Totentanz Reloaded – Zum Verhältnis von Original und Reproduktion“ von Stefanie Knöll
  • 2011: Ausstellungskatalog „Von den letzten Dingen – Tod und Begräbnis in der Mark Brandenburg 1500-1800“ von Claudia Maria Melisch, Daniel Krebs u. a.
  • 2012: Habilitation „Tod, Angst und Religion“ von Dr. Thomas Schnelzer, Universität Regensburg
  • 2013: Dissertation „Projektionen des Diesseits – das Phänomen der weiblichen Grabplastik in Hamburg-Ohlsdorf und Europa um 1900“ von Dr. Anna-Maria Götz

Förderprojekte

  • 2004: Patenschaft für eine Figur aus dem Zizenhausener Totentanz für die Sammlung des Museums für Sepulkralkultur
  • 2006: Museumskoffer des Museums für Sepulkralkultur und die Ausstellung „Zum Sterben schön“
  • 2007: Silke Aichhorns CD „Himmlische Harfenklänge“
  • 2008: Ausstellung „Erzähl’ mir was vom Tod“
  • 2009: Film „Die schönsten Beerdigungen der Welt“ von Ute Wegmann
  • 2010 Der Museumskoffer des Museum für Sepulkralkultur wurde um die DVD „Die besten Beerdigungen der Welt“ ergänzt.
  • 2012/2013: „Workshop für Lehramtsstudierende zur Begleitung trauernder Klassen“ von Prof. Dr. Elisabeth Sticker, Universität Siegen
  • 2012: Kinder-Clown-Projekt „Und was kommt dann?“, Palliativstation des evangelischen Krankenhauses, Herne
  • 2012: Arbeitsgemeinschaft für Sepulkralkultur der Neuzeit, ARSEN, Berlin; Animationsfilm „Grabbeigaben im Wandel der Zeit“.
  • 2013: Anja Kretschmer, Archäologin: Forschungsprojekt zur Entwicklungsgeschichte privater Gruftgebäude in Deutschland.
  • 2013/2014: Thomas Brenner, Fotokunst: „Die letzte Inszenierung“, spartenübergreifendes Kunstprojekt auf Plakatwänden im öffentlichen Raum.
  •  2013/2014: Neanderthal-Museum Mettmann: Förderung der Ausstellung „Reise in die Unsterblichkeit. Ägyptische Mumien und das ewige Leben.“
  •  2014: Grafiksammlung der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf: Ausstellung „Herr Schnitter, darf ich bitten“ Scherenschnitt und Totentanz im Museum für europäische Gartenkunst.

Internationale Ebene

  • 2008: Gründung der internationalen Arbeitsgruppe zur Sepulkralkultur „FIAT/IFTA Steering Committee Funeral Heritage“
  • 2009: Gründung der europäischen Arbeitsgruppe „EFFS Working Committee Funeral Culture“
  • 2009: Mitglied im Vorstand der AFD – Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal als Träger des Museums für Sepulkralkultur