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Frankreich - Konzentrationsprozess im Bestattungsgewerbe

Der Konzentrationsprozess im Bestattungsgewerbe in Frankreich hat eine neue Dimension erreicht. Im August 2015 übernahm die Investmentgruppe Funecap das Franchiseunternehmen Roc-Eclerc. Damit ist die neue Firma eine starke Konkurrenz zur OGF, dem historischen Marktführer, der mit seinen Handelsmarken rund 540 Millionen Euro in 2014 und 2015 aufbrachte. Dieser Vorgang ist exemplarisch und zeigt zwei Entwicklungen auf: Für Investoren wird der Bestattungssektor zunehmend interessant, die Konzentration im Bestattungssektor beschleunigt sich.

Dies hatte sich bereits 2013 gezeigt, als die Investmentfirma des russischen Milliardärs Alex Knaster die französische Nr. 1 OGF für eine Summe von 875 Millionen Euro gekauft hat. Für Investoren hat das Bestattungsgewerbe drei attraktive Grundlagen:

  • Das Wachstum ist in vielen europäischen Ländern aufgrund der Babyboom- Generation bis zum Jahr 2050 gesichert. In Deutschland wird beispielsweise ein Wachstum von rund 200.000 Sterbefällen bis zu diesem Datum prognostiziert, in Frankreich steigt die Zahl von 556.000 Verstorbenen in 2014 zu 730.000 Verstorbenen in 2040.
  • Bestattungsinstitute sind darüber hinaus in einer starken Position, wenn sie trauernde Familien ansprechen und im Trauerfall zur Verfügung stehen. Zahlreiche weitere Leistungen lassen sich mit dieser Verbindung anbieten.
  • In Frankreich haben sich die Preise in den letzten 10 Jahren um 29% gesteigert, trotz der ökonomischen Krise, die ein Wachstum in allen Sektoren verlangsamt hat.

Unabhängig davon bleibt der Markt in Frankreich geteilt: Mehr als 3.000 unabhängige Bestattungsunternehmen, die meistens weniger als eine Million Euro Umsatz pro Jahr haben, bestehen weiter. Dies öffnet allerdings die Tür zu zahlreichen Akquisitionen für Investoren mit der Absicht, Bestattungsinstitute um bestehende Marken zu konzentrieren und deutet darauf hin, dass der Prozess der Konzentration – wie auch in anderen europäischen Ländern – noch nicht abgeschlossen ist.

Den ungekürzten Artikel finden Sie in der Printausgabe der bestattungskultur 12/15