Foto © wikipedia

Kompostieren von Leichnamen - was soll das!?

Aus USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten erreichen uns in der „alten Welt Europa“ immer wieder bizarre und abgefahrene Ideen. Jetzt hören wir von der Absicht, grüne Begräbnisse verstärkt zu fördern. Dabei geht es nicht wie in Deutschland um die Bestattung von Urnen in Wäldern, sondern um das sogenannte „Urban Death Project“. Hinter dem Namen steht die Idee, Verstorbene in einem dreistöckigen modernen quaderförmigen Gebäude abzulegen und dort verwesen zu lassen.

„grüne Begräbnisse“ und ökologisch verträgliche konventionelle Bestattung

Eilfertig fügen die Initiatoren dieser Absurdität und Geschmacklosigkeit an, dass die Gase, die bei der Verwesung entstehen, selbstverständlich professionell abgeleitet werden. Mithilfe von Mikroben sollen die menschlichen Überreste abgebaut werden und am Ende nur als Erde übrig bleiben. Um die Vermischung der Grenzen zwischen Mensch und Tier, zwischen angeblich neuem Trend und extravaganter Obszönität noch ein bisschen fließender zu machen, wird berichtet, dass die Kompostierung von Tierkadavern in den USA gang und gäbe sei. Die Gründer des sogenannten „Rates für grüne Begräbnisse“ führen inzwischen auch gegen die US-amerikanische Tradition, Verstorbene einzubalsamieren, einen Kleinkrieg.  Bewusst verkannt wird die Tatsache, dass eine konventionelle Bestattung ohnehin ökologischen Gesichtspunkten entspricht, da bei der Wahl der Särge und der ins Erdreich eingebrachten Stoffe nur vergängliche und abbaubare Produkte erlaubt sind.

Modeerscheinung ohne Nachhaltigkeit

In fünf Jahren soll der erste Prototyp des „Urban Death Projektes“ gebaut sein. Die Aufmerksamkeit der Medien und der staunenden Öffentlichkeit  ist solchen Vorhaben sicher. Nachhaltig sind solche Projekte nicht. Mit Fug und Recht lässt sich bezweifeln, dass „Urban Death Project“ den Menschen in Trauersituationen helfen wird, einen adäquaten stimmigen Abschied zu gestalten.
Wenn wir in Deutschland den Abschied von zu engen Regelungen und Maßregelungen der Angehörigen bei der Friedhofs- und Grabgestaltung wagen, sollten wir die gewachsene Bestattungskultur weiter gestalten. Die Gartenabfälle können wir kompostieren, sollten aber nicht die  tragfähigen Trauerrituale auf dem Misthaufen der Geschichte verrotten lassen.