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Zukunftsperspektiven für Friedhöfe

In der gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskussion über den Friedhof ist abwechselnd von seinem vermeintlichen Ende und seiner erhofften Zukunft die Rede.
Unzählige Positionspapiere stellen die historische, kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Friedhofs heraus. Die Argumente sind plausibel und tiefgründig. Leider kommen sie von den am Friedhof auch wirtschaftlich aktiven Gewerken der Bestatter, der Steinmetze und der Friedhofsgärtner. Außenstehende vermuten hinter den Appellen für Friedhofskultur rein finanziell motivierte „Kulturimpulse“.
Massenmedien führen dem staunenden Publikum vermeintlich „neue Wege der Bestattung“ vor, bei denen der Leser und Zuschauer sich im Wald oder mit der Urne im Wohnzimmer wiederfindet. Der klassische Friedhof wird mit Hilfe von Extrembeispielen über Reglementierungswut einiger Friedhofsverwaltungen als Auslaufmodel vorgestellt.

Lösungswege

Es fehlt es nicht an Ideen, die in ihrer Gesamtheit die Attraktivität des Friedhofs fraglos steigern würden:

  • Flexiblerer Umgang mit dem Wunsch nach Verlängerung von Ruhefristen nicht um weitere 25, sondern vielleicht um 5 bis 10 Jahre.
  • Pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen und ausgewiesene Themenfelder auf den Friedhöfen.
  • Möglichkeit, auch für Kleinkinder mit kleinen Spielgeräten am Friedhof einen Ort zu schaffen, den man mit Oma und Opa gerne aufsucht.
  • Bestattung von Urnen an den Wurzeln von Bäumen auch auf „normalen“ Friedhöfen.
  • Integration von Begräbnisfeldern mit anderen Ruhefrist-Regelungen für islamische Bestattungen (ewiges Ruherecht im Islam) und damit Integration weiterer Bevölkerungsschichten auf unseren gewachsenen Friedhöfen.
  • Friedhöfe auch unter Beteiligung von Bestattern in privater Trägerschaft

Bestattungskulturelle Debatte des BDB und Kuratoriums

An der Wechselwirkung zwischen neuen Bestattungsformen und Friedhofsentwicklung können Bestatter nicht vorbei. Auch über solche Themen wie Friedhöfe in privater Trägerschaft unter Beteiligung von Bestattern wird in kommender Zeit intensiver nachzudenken sein. Der BDB wird nicht alle Irr- und Abwege aktueller Bestattungskultur mitgehen, (Ascheteilung, Urne zu Hause etc.) Bestattungskultur braucht einen klaren Ordnungsrahmen, dieser muss aber wesentlich freier und offener werden. Menschen sollen mitgestalten dürfen, um jenseits von zu engen Satzungen eine zeitgemäße Friedhofslandschaft zu erschaffen.