Lehrgang Geprüfte/r Bestatter/in

Grabtechnik + Warenkunde:

Friedhofsplanung und Grabgestaltung:

Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltungen stehen aktuelle Fragen zur Friedhofsplanung in einer sich abzeichnenden multikulturellen Gesellschaft. Nach einer Einführung mit den Entwicklungslinien vom Kirchhof zum kommunalen Friedhof werden planungsrelevante Grundlagen angesprochen wie Standortuntersuchung, Rechtsgrundlagen, Friedhofstypen, Primärfunktionen bis hin zu Symbolpflanzung. Danach geht es um Grabgestaltung mit den traditionellen und neuen Bestattungsformen. Wichtig dabei die aktuellen Bestattungsformen wie anonym, Friedwald, Urnenwände, Gemeinschaftsgrabanlagen oder Garten der Erinnerung. Außerdem werden die Funktionsbauten wie Aussegnungshallen, Abschiedsräume und Begegnungsstätten behandelt. Um die theoretischen Vorgaben zu vertiefen, werden mit den Seminarteilnehmern skizzenhafte Studien zu Grabfeldeinheiten und zum Informationssystem erarbeitet. Eine Exkursion zu einem Friedhof mit turnusmäßiger Bestattung rundet die Lehrveranstaltung Friedhofsplanung und Grabgestaltung ab.

Unfallverhütungsvorschriften:

Berufsgenossenschaften / Unfallversicherungsträger – Aufgaben und Leistungen

Rechtliche Vorschriften zum Arbeitsschutz und zur Unfallverhütung:

  • Gesetze, insbesondere Arbeitsschutzgesetz
  • Unfallverhütungsvorschriften, insbesondere
    VSG 1.1 „Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz“
    VSG 3.1 „Technische Arbeitsmittel“
    VSG 4.7 „Friedhöfe und  Krematorien“

Unfallgeschehen auf Friedhöfen

Sicherer Einsatz von Friedhofstechnik beim Ausschachten von Gräbern

  • Erforderliche Persönliche Schutzausrüstung für Grabmacherarbeiten
  • Anforderungen an Verbausysteme sowie Einsatz und Anwendungsbereiche
  • Einsatz von Friedhofsbaggern
  • Einsatz von Beerdingungsbohlen / Grablaufrosten und Erdcontainern, sicherheitstechnische Anforderungen
  • Gefährdungen durch Grabsteine
  • TA Grabmal der DENAK
  • BIV-Richtlinie

Sicherheitsaspekte bei der Friedhofsplanung

Verkehrssicherungspflichten auf Friedhöfen

Warenkunde:

In dem Modul Warenkunde werden fachkundige Kenntnisse der Herstellungsmaterialien für Werkstoffe, Särge, Bestattungswäsche, Beschläge und Urnen vertieft, Grundkenntnisse werden vorausgesetzt. Dabei wird auch auf die Eigenschaften eingegangen, die diese Werkstoffe haben, wenn sie durch den Bestatter in einem Grab beigesetzt werden oder der Einäscherung im Krematorium zugeführt werden.

Des Weiteren wird das Herrichten und Anschlagen von Särgen sowie das Einpassen und Zulöten von Zinksärgen geübt.

Aufbahrung und Dekoration:

Eine der wichtigsten Aufgaben des Bestatters ist die würdevolle und personenbezogene Aufbahrung zur Abschiednahme oder zur Bestattung. In jeder Aufbahrung müssen Angehörige "Ruhe", "Harmonie" und "Wärme" spüren um Mut und Kraft für die nächsten Stunden der Bestattung zu finden.

Dies ist ein großer Beitrag der Bestatter, ein Stück "Trauerarbeit" spürbar, erlebbar und begreifbar zu machen. Im Lehrgang werden daher auch "alternative Aufbahrungen" zur Verabschiedung oder zur Bestattung mit Stoffen, Wasser, Bäumen, Kerzen, persönlichen Gegenständen u.v.m. erarbeitet.

Das Aufnehmen und das Tragen eines Sarges bzw. einer Urne gehört ebenso zur Ausbildung wie die Zusammenstellung eines Konduktes, der Grabgang und das Einstellen des Sarges bzw. einer Urne in das Grab. Alle Notwendigkeiten bei Bestattungen mit mehreren hundert Trauergästen werden nicht nur in Theorie sondern auch in praktischen Fallbeispielen dargestellt. Hierbei spielt auch die Stellung der verstorbenen Person in der Öffentlichkeit eine Rolle (Rednerliste, Trägerschaft, Musikgruppen u.am.).

Grabtechnik:

Das Modul Grabmachertechnik gliedert sich in zwei Teile: theoretischer und praktischer Teil. Im theoretischen Teil werden den Seminarteilnehmern die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften der SVLFG und die entsprechenden Hygienevorschriften vermittelt. Die Teilnehmer erhalten Kenntnis darüber, welche Unfallgefahren am Friedhof entstehen können und vor allem, wie Unfälle vermieden werden können. Ein weiteres Thema des theoretischen Unterrichtes ist die Rechtsbeziehung zwischen Friedhofsträger und Bestatter, wenn diese als Erfüllungsgehilfe bestimmte Arbeit übernommen hat. Ferner erhalten die Seminarteilnehmer Informationen zur Gestaltung von Grabmacherwerkverträgen samt Leistungsbeschreibung und Kalkulation. Ein weiteres umfangreiches Themenfeld ist die Material- und Werkzeugkunde. Den Teilnehmern des Seminars wird aufgezeigt, welche Werkzeuge, Maschinen und Hilfsmittel für welchen Einsatzzweck am besten geeignet sind.

Im Praxisteil, der in wechselnden Kleingruppen durchgeführt wird, erlernen die Teilnehmer den sachgemäßen Umgang mit dem Friedhofsbagger, das Überbauen eines Nachbargrabes mit Holz- und Kippcontainer sowie das Einbringen von normalen und Gleitschalungen wird erklärt. Ferner lernen die Teilnehmer das System einer Grabkammer und deren Einsatz kennen. Beim Ausheben von Gräbern per Hand für Erd- und Feuerbestattungen geben die Dozenten wertvolle Tipps zur Arbeitserleichterung. Außerdem wird im Praxisteil eine Exhumierung simuliert.

Nach Absolvierung des Moduls "Grabtechnik" sind die Teilnehmer in der Lage, selbständig und eigenverantwortlich Grabmachertätigkeiten durchzuführen.

Folgende Arbeitskleidung ist mitzubringen:

  • für die Theorie: Schreibutensilien für persönliche Notizen, Lehrbuch
  • für die Praxis: wetterfeste Kleidung, Sicherheitsschuhe S 3, Arbeitshandschuhe, Zollstock