„Es reicht noch lange nicht“
von Kiddy Citny

Tod und Wagnis - Ausstellung

Ein Galerist und ein Bestatter kooperieren

Bei den „Wirtschaftsjunioren Saarland“ trafen sich die beiden 2012:  Galerist und Kunsthistoriker Dr. Christopher Naumann und Bestattermeister Stefan Kohl. Aus dem Kennenlernen ist in den letzten Jahren eine sehenswerte Kooperation geworden, die in der Ausstellung „Tod und Wagnis“ im saarländischen Homburg ihren Ausdruck gefunden hat. In der Galerie „M Beck“ (comebeck fine art) waren Särge und Urnen ausgestellt, die zum Nachdenken über die Endlichkeit anregen. Das Wagnis, der Beginn des Neuen, der Anfang, das Risiko, aber auch der Ausdruck von Aufbruch findet sich in den jeweiligen künstlerischen Ausarbeitungen. Stefan Kohl, Bestattermeister und Inhaber des Bestattungshauses Pietät von Rüden, ging es vor allem darum, einen Kontrapunkt gegen die für ihn sehr irritierende Ignoranz der Menschen, an den Tod nicht denken zu wollen, zu setzen.

Themen, die weh tun

Naumann und Kohl berichten davon, dass es ihnen auch darum geht, das Spannungsverhältnis von interessanten Ideen mit wirtschaftlichen Interessen einer Galerie und eines Bestattungshauses zu verbinden. Naumann versteht es als seinen kunsthistorischen Anspruch, nicht nur leicht verkäufliche Kunst zu offerieren. „Das sind Themen, die weh tun“, meint Naumann und will gerade deshalb Vorbehalte aufbrechen.

Exponate leihweise für Bestattungshäuser

Als nächste Station soll die Ausstellung in 2017 auf der „Art Karlsruhe“ zu sehen sein. Die Reaktionen auf die Ausstellung waren durchweg positiv. Stefan Kohl sieht in solchen Exponate im eigenen Bestattungshaus auch Kontaktmöglichkeiten mit Menschen, die ansonsten die Schwelle nicht überschreiten würden.
Die ausgestellten Särge und Urnen bietet Christopher Naumann leihweise für Bestattungshäuser an. Kontakt: christophernaumann@comebeck.com