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Qualitätsmanagement leben

Gabriele Rauße führt seit Anfang 2012 die Geschäfte der TÜV Rheinland Cert GmbH, die die Markenzeichenbetriebe des BDB zertifiziert. Im Interview mit der bestattungskultur erklärt die Managerin die Bedeutung des TÜV Rheinland-Siegels für Bestatter.

bk: Wofür steht das TÜV-Siegel?

Rauße: Es trennt ganz klar die Spreu vom Weizen. Das TÜV Rheinland- Prüfsiegel ist eines der bekanntesten Siegel am Markt, wir gehören damit zu den ersten unter den Prüfdienstleistern. Die meisten Menschen verbinden mit der Bezeichnung „TÜVRheinland geprüft“ sofort einen besonderen Qualitätsstandard. Inzwischen gibt es sogar ein neu designtes Siegel, in das ein QR-Code integriert ist, der zu weiteren Hintergrundinformationen führt. Das TÜV Rheinland-Siegel formuliert aber auch den Anspruch an uns selbst, es qualitativ hochwertig zu halten.

bk: Manche Firmen fürchten die Zertifizierung immer noch, weil sie sich durch den TÜV Rheinland-Prüfer bzw. Auditor kontrolliert fühlen. Wie würden Sie solchen Ängsten begegnen?

Rauße: Indem ich als Unternehmer erkenne, welch großes Potential in der Optimierung meines Betriebs liegt. Man hat im Grunde gar nichts zu verlieren: Für die Bereiche, in denen schon alles stimmt, erhalte ich eine Bestätigung. Wo noch Verbesserungsbedarf besteht, habe ich die Möglichkeit, mich innerhalb eines gewissen Zeitraumes zu korrigieren und zu wachsen. Die Kunst eines guten Auditors ist es, Abweichungen als Chancen begreifbar zu machen.

bk: Warum empfehlen Sie einem Bestattungsinstitut eine Zertifizierung?  

Rauße: Ich glaube, dass der Bestatterberuf ein hohes Einfühlungsvermögen erfordert, eine große emotionale Intelligenz. Der Bestatter versucht, eine für Angehörige traurige Situation gut zu gestalten und ihnen die größtmögliche Hilfestellung zu geben, was die organisatorische Betreuung der Beerdigung angeht. Hier kann nun das Qualitätsmanagement Unterstützung bieten, die Abläufe zu optimieren, Strukturen zu bilden, die für meine alltägliche Betriebsorganisation sinnvoll sind. Ich erreiche meine Ziele effektiver, wenn zum Beispiel nicht mehr so viele Überstunden anfallen, das spart gleichzeitig Geld. Ich kann Mitarbeiter gezielt einsetzen mit einer vernünftigen Vertretungsregelung. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit lässt sich durch Gespräche verbessern, indem ich frage: „Was sind deine Ziele, wie lassen sie sich erreichen, welche Hilfestellung benötigst du für bestimmte Aufgaben, was kann man im Unternehmen verbessern?“ Ein effizienter organisatorischer Ablauf wiederum birgt auch Einsparpotentiale durch Synergien.

Das ungekürzte Interview mit Gabriele Rauße finden Sie in der Printausgabe der bestattungskultur 11/2013