Foto: © Anja Pankotsch
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Mein Leben als Tod - Interview

Der Tod ist doch eigentlich ganz nett, wieso mag ihn bloß keiner? Er hat ganz eindeutig ein Imageproblem, aber das kann man sicher ändern, oder? Und wie geht das am besten? Mit Humor!
In seinem Comedyprogramm „Mein Leben als Tod“ zeigt sich der Kapuzenmann von seiner menschlichen Seite. Wer unter dem schwarzen Kapuzenmantel steckt, will aber der Künstler nicht lüften. Der Tod soll eine Kunstfigur sein, seine private Person keine Rolle spielen.

Fragen an den Tod

bestattungskultur: Sag einmal, Tod, bist du manchmal depressiv?

Tod: Nenn‘ mich ruhig Todi! Also eigentlich bin ich ein fröhlicher Typ, aber manchmal tut es schon weh, von den Leuten bereits im Vorfeld so abgelehnt zu werden, das macht mich dann ein wenig traurig. Deswegen will ich ja jetzt auch mein Image verbessern und allen zeigen, dass ich eigentlich ein ganz netter Kerl bin.

bestattungskultur: Was ist eigentlich dein Lieblingsgericht?

Todi: Die Henkersmahlzeit schmeckt immer sehr gut, aber der Leichenschmaus ist auch nicht zu verachten. Im Ernst, ich liebe Vanille: Ich habe mir jetzt extra ein VanilleParfum kreieren lassen, damit mich alle gut riechen können, schnupper mal, besser als Verwesung, oder?

bestattungskultur: Wie ist Dein Verhältnis zu Gott?

Todi:
Tja, wie das so ist mit Chefs: Es gibt gute und schlechte Zeiten. Die Nummer mit Jesus fand ich damals nicht ganz korrekt: Reiserücktrittsversicherung? Nur weil er Gottes Sohn ist? Für mich ist der Typ gestorben. Für Dich übrigens auch.

bestattungskultur: Gehst Du gerne auf Beerdigungen?

Todi: Ach, dazu habe ich gar keine Zeit, das ist ja der Job von den Bestattern, damit kennen die sich viel besser aus. Manchmal spaziere ich über Friedhöfe, mache Fotos, besuche alte Bekannte …   

bestattungskultur: Gibt es denn ein Ehemaligentreffen mit allen Verstorbenen?

Todi: Wenn du wüsstest, was für eine wahnsinnige PromiDichte auf der anderen Seite herrscht. Da kannst du echt Leute kennenlernen, die triffst Du in Deinem ganzen Leben nicht. Klavierstunde bei Mozart? Kreatives Schreiben bei Goethe? Diavortrag von der Mondlandung von Neil Armstrong selbst? Rendezvous mit Marilyn Monroe? Alles kein Problem. Wobei das mit dem PromiStatus nach dem Tod alles relativ ist. Denn bei mir sind alle gleich. Immerhin hat noch keiner gerufen „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“.