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Mensch-Tier-Bestattungen und individuelle Grabgestaltung

In einem mehrseitigen Schreiben kämpfte sich jüngst das nordrheinwestfälische „Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter“ durch die Fragestellung, ob die gemeinsame Bestattung von Menschen und Tieren auf Friedhöfen in NRW statthaft sein kann. Die Antwort des Ministeriums ist, dass unter klaren Bedingungen die gemeinsame Bestattung möglich ist. Die Voraussetzung dabei ist, dass Friedhofsträger ihre Satzungen dahingehend auslegen, dass gesonderte Flächen für die gemeinsame Bestattung ausgewiesen werden, die Priorität der Bestattung beim Menschen liegt und die kremierten Tiere als Grabbeigabe sozusagen an zweiter Stelle stehen.

Mit dieser Regelung aus NRW zeigt sich wieder einmal, wie sehr die Bestattungskultur in unserem Land in Bewegung geraten ist: Auf der einen Seite steht die anonyme Bestattung, auf der anderen Seite ein zunehmendes Bedürfnis, auch Heimtiere, die längst zu Sozialpartnern geworden sind, gewürdigt zu wissen.

Attraktivität des Friedhofs steigern

Unsere Friedhöfe müssen an Attraktivität gewinnen, dies geschieht in der komplexen kulturellen, ästhetischen und religiösen Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts nur durch eine große Bandbreite und Fülle unterschiedlicher Formen der Beisetzung auf unseren Friedhöfen. Wer immer noch meint, den Menschen vorschreiben zu können, was sich schickt, was Kitsch ist oder wie hoch der Grabstein sein darf, muss sich über den lautlosen Exodus aus dem Friedhof in den Wald hinein oder in die Anonymität nicht wundern.

Historie der Tierbestattung

Die Debatten über Tierbestattung sind nicht neu. Auch an historischen Vorbildern für Mensch-Tierbestattungen seit der Steinzeit, über die Pferdegräber des Mittelalters bis zur aufgeklärten Moderne fehlt es nicht. Seit 1991 liegt Preußens König Friedrich II. seinem letzten Willen entsprechend in der Gruft auf der Terrasse des Schlosses Sanssouci. Die Namen auf den kleinen Sandsteinplatten daneben sind kaum noch zu entziffern: Biche, Alcmene, Arsinoe, Thysbe, Phillis, Diana, Superbe, Amourette, Pax. Es sind die Gräber der Hunde des „alten Fritz“, König von Preußen, genannt „der Große“.

Den ungekürzten Artikel finden Sie in der Printausgabe der bestattungskultur 10/15