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Trauerbegleitung
Der Tod eines nahe stehenden Menschen bedeutet eine Verlusterfahrung und
ist mit Trauer verbunden. Der Tod zerreißt das Geflecht von Rollen,
Funktionen und Beziehungsstrukturen und verändert tief greifend die Dynamik
und das seelische Gleichgewicht von Familien, Partnerschaften oder auch jedes
Einzelnen. Doch Sie müssen mit Ihrer Trauer nicht allein bleiben.
Trauerbegleitung leisten Angehörige, Freunde oder Bekannte ebenso wie
professionelle Helfer. In vielen Orten gibt es Selbsthilfegruppen, deren
Adressen bzw. Kontaktpersonen Ihrem Bestatter bekannt sind. Er wird Ihnen,
wenn Sie sich an ihn wenden, Zugang zu diesen Gruppen vermitteln oder Adressen
nennen, bei denen Ihnen geholfen werden kann.
Was ist Trauer?
Unter Trauer sind die psychischen Reaktionen zu verstehen, die nach dem Verlust eines
nahe stehenden Menschen durch dessen Tod auftreten können.
Trauer ist keine Krankheit, sondern eine lebenswichtige Reaktion. Sie gehört
zum Leben und zur Abschiednahme. Trauer ist bereits ein Teil der Verarbeitung
eines Verlusts. Sie wird von jedem individuell erlebt. Der Trauer muss Raum
und Zeit gegeben werden. Sie sollte nicht verdrängt werden, denn es
ist eine unter Ärzten und Psychologen anerkannte Tatsache, dass unverarbeitete
Trauer zu Krankheiten und seelischen Schäden führen kann.
Trauer äußert sich in Form von körperlichen Reaktionen und
Verhaltensweisen, die von den Einstellungen des Einzelnen zum Tod abhängen,
aber auch von der Einstellung der Gesellschaft zum Umgang mit Tod und Trauer
beeinflusst werden.
Zu den mit der Trauer verbundenen Gefühlen gehören Verlassenheit,
Einsamkeit, Hilflosigkeit, Beklemmung, Wut, Angst, Zorn und manchmal auch
Erleichterung. Trauer kann sich jedoch auch körperlich auswirken, und
zwar in Müdigkeit, Überempfindlichkeit gegen Lärm, Muskelschwäche,
Magenschmerzen, Atemnot und Schüttelfrost. Zur Trauer gehören Tränen.
Tränen sind der Beginn des Trostes, sie machen uns frei zu neuem Handeln.
Wichtig für die Verarbeitung von Trauer ist es, dass der erlittene Verlust
vergegenwärtigt und "verarbeitet" wird. Verzichten Sie deshalb
nicht darauf, von Ihrem Verstorbenen Abschied zu nehmen, berühren sie
ihn und nehmen Sie ihn ein letztes Mal in den Arm.
Der Bestatter Ihres Vertrauens hilft Ihnen dabei. Er sorgt dafür, dass
der Verstorbene hygienisch behandelt wird, dass Sie im Trauerhaus, im Abschiedsraum
des Bestatters oder auch auf dem Friedhof den Verstorbenen noch einmal sehen
und Zwiesprache mit ihm halten können.
Trauerphasen
Die Trauerpsychologie unterscheidet bei der Bewältigung der Trauer
mehrere Phasen, die jedoch nicht in jedem Trauerfall
zwingend gleichartig ablaufen.
Es sind dies:
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| 1. |
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Phase
des Schocks (hält oft nur wenige Stunden an, maximal 1-2
Tage) |
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der Betroffene ist wie gelähmt und zu keinen Gefühlsregungen
fähig |
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der Ausdruck der Ungläubigkeit und des Nicht-wahr-haben-Wollens
herrscht vor |
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wird der Zustand nicht überwunden und wird weiterhin das
Eingetretene geleugnet, spricht man im Allgemeinen von einer "Behinderung
der Trauer", die zu ernsthaften Störungen führen
kann. |
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| 2. |
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Kontrollierte Phase |
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der Trauernde erhält äußeren Halt durch die Fülle
der mit der Beerdigung verbundenen Aufgaben |
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die Beerdigung, die Ansprache des Pfarrers/Redners, der Beistand
von Menschen, die dem Trauernden nahe stehen, können für
den weiteren Verlauf des Trauerprozesses von Bedeutung sein |
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| 3. |
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Regressive Phase |
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nach der Beerdigung kann ein Zusammenbruch der psychischen Organisation
erfolgen |
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der Trauernde stirbt einen symbolischen Tod (apathisches Verhalten,
das eigene Ich ist in seiner ganzen inneren Organisation betroffen) |
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| 4. |
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Phase der Neuorientierung |
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erneute Zuwendung zur Umwelt und zur Gesellschaft |
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der Prozess der Trauer wird abgeschlossen (Aufnahme einer Berufstätigkeit,
Wiederverheiratung etc.) |
Um Trauer zu bearbeiten, ist das Gespräch erforderlich. Wenn sich die Umwelt
nach einigen Tagen oder Wochen wieder dem Alltagsgeschehen zuwendet,
dann braucht der Trauernde Gesprächspartner, die ihm zuhören und
mit ihm über den Verstorbenen sprechen können. Scheuen Sie sich
nicht, sich auch nach 1-2 Wochen oder nach Monaten an den Bestatter Ihres
Vertrauens zu wenden, um mit ihm über Ihr Verhältnis zum Verstorbenen, über
die Reaktion in Ihrer Umwelt sowie über Ihre alltäglichen Sorgen
zu sprechen. Der Bestatter wird sich Ihrer annehmen, er wird Ihnen zuhören
und Sie für den Fall, dass er nicht selber helfen kann, an Personen
verweisen, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben.
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